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Maßnahmenbeispiele

Im Vordergrund der Arbeit des Gewässerprojekts steht die Verbesserung der Gewässerstruktur und der Durchgängigkeit der Bäche für Fische und Kleintiere. Aufgrund des Einsatzes von Langzeitarbeitslosen (s. Abschnitt „Beschäftigungsprojekt“), sind die durchgeführten Maßnahmen stets zusätzlicher und/oder vorgezogener Natur.

Typische Tätigkeiten sind zum Beispiel:

Entfernen von Uferverbau

Um die Gewässer an der natürlichen Verlagerung zu hindern, wurden viele Ufer in der Vergangenheit (häufig ohne Genehmigung) mit Steinen und/oder Bauschutt „befestigt“. Solche Uferbefestigungen werden durch die Mitarbeiter des Projektes aufgenommen und fachgerecht entsorgt. Das Gewässer erhält dadurch wieder die Möglichkeit zur eigendynamischen Entwicklung.

Aufweiten des Gewässerquerschnitts

Durch die Ausbaumaßnahmen der Vergangenheit sind die Gewässer oft eintönig geworden. Natürlicherweise würde sich die Breite auch kleinräumig verändern. Die Gewässerbreite hat z. B. Einfluss auf die Strömungsgeschwindigkeit, es bilden sich strömungsberuhigte und schneller strömende Zonen aus. Dem folgt auch die Verteilung der Sedimente am Bachboden. Die stellenweise Aufweitung der Ufer soll wieder einen naturnäheren Zustand initiieren.

Einbauen von Totholz

Äste und Stämme abgestorbener Bäume wirken in natürlichen Gewässern als Strömungslenker und tragen maßgeblich zur Eigendynamik bei. Außerdem sorgen sie für Strukturvielfalt in der Wassersäule, verändern die Strömungs- und Sedimentationsverhältnisse, dienen Fischen als Unterstand und Kleintieren als Nahrung. In unseren „aufgeräumten“ Gewässern fehlt Totholz häufig vollständig. Wann immer es unter Beachtung des Hochwasserabflusses möglich ist, werden daher Wurzelstubben in das Bachbett eingebracht und verdriftungssicher befestigt.

Entfernen alter Bauwerksreste

Reste alter Flutungswehre, aufgegebene Furten oder auch nicht mehr benötigte Abschläge zu Teichen können nicht immer einem Eigentümer zugeordnet werden, um ihn zum Rückbau zu verpflichten. Das Gewässerprojekt kümmert sich um die Beseitigung der im Gewässer und seinen Ufern verbliebenen Bauwerksreste und stellt die Ufer naturnah wieder her.

Offenlegen von Verrohrungen, Rückbau von Überfahrten

Feldzufahrten, die über Gewässer führen, sind häufig als verrohrte Überfahrten angelegt oder als einfache Brücke ausgeführt. Wenn sich die Flächenzuschnitte ändern, werden viele Querungen eigentlich überflüssig, aber dennoch nicht zurückgebaut. Das Gewässerprojekt prüft, ob sie wieder entfernt werden können. Manchmal bietet sich auch die Anlage einer Furt als Ersatz an. Der Einbau von Überfahrten im Übrigen genehmigungspflichtig.

Beseitigen von Abstürzen

Insbesondere am Fundament von Brücken bilden sich häufig „Abstürze“ im Gewässer. Das Wasser strömt hier wie über eine Treppenstufe herab. Fische haben kaum eine Chance, solch ein Hindernis zu überwinden und den oberhalb gelegenen Bachabschnitt zu erreichen. Die Stufen im Gewässer können durch so genannte „raue Gleiten“ ausgeglichen werden. Dabei wird der Gewässerboden mit Wasserbausteinen aufgehöht und ein natürliches Gefälle nachgebildet. Durch eine Verdichtung mit Schotter kann das Wasser auf der neu angelegten schiefen Ebene nicht einfach versickern. Die Durchgängigkeit des Gewässers wird so wieder hergestellt und bereits nach kurzer Zeit legt sich natürliches Sediment über das künstliche Bauwerk. Als Baumaterial werden Steine und Schotter aus Muschelkalk verwendet, der auch natürlicherweise den Grund unserer Gewässer im Kreis Höxter bildet.