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Lebensräume und Arten von landesweiter Bedeutung

Anthropogene Trockenlebensräume wie die Kalk-Halbtrockenrasen gehören in Mitteleuropa zu den artenreichsten Lebensräumen. Ihre Bestände sind durch Nutzungsaufgabe oder Intensivierung, Stickstoffeintrag aus der Luft und seit Neuerem auch durch den Klimawandel (hier insbesondere die zunehmende Frühjahrstrockenheit) akut bedroht. Die vielfältigen Bedrohungen haben seit Mitte des 20. Jahrhunderts zu massiven Flächenverlusten und letztendlich auch zum Rückgang der Artenvielfalt geführt.

In Nordwest-Deutschland sind kalkgeprägte Trockenlebensräume im Wesentlichen auf das Weserbergland beschränkt. Im Kreis Höxter sind z. B. Kalk-Halbtrockenrasen und Wacholderheiden noch auf ca. 200 ha anzutreffen – hieraus resultiert eine besondere Verantwortung zum Erhalt dieser Lebensraumtypen in Nordrhein-Westfalen. Eng verzahnt mit diesen Lebensräumen finden sich Flachland-Mähwiesen, Kalk-Pionierrasen, Kalkfelsen mit Felsspaltenvegetation sowie Orchideen-Kalk-Buchenwälder.

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Die wohl schönste heimische Orchidee: Der Frauenschuh (Cypripedium calceolus) im Projektgebiet Life+.

Nicht nur die Trockenlebensräume an sich aber sind von landesweiter Bedeutung. Auch viele der dort lebenden Tier- und Pflanzenarten weisen aus landesweiter Sicht im Kreis Höxter ihre Verbreitungsschwerpunkte auf. Von besonderer Bedeutung sind die Vorkommen der Frauenschuhs (Cypridedium calceolus). Diese wohl schönste heimische Orchidee ist in NRW außerhalb des Kreises Höxter kaum noch anzutreffen. Das gleiche gilt für den Thymian-Ameisenbläuling (Maculinea arion). Aber auch die Vorkommen von Schlingnatter (Coronella austriaca), Zauneidechse (Lacerta agilis) und  Hirschkäfer (Lucanus cervus) sind von landesweiter Bedeutung. Dass all die genannten Arten deutschlandweit gefährdet sind, zeigt der Nationale Bericht gemäß FFH-Richtlinie von 2007: Die Erhaltungszustände der Arten sind in der kontinentalen Region – zu der der Kreis Höxter gehört - als „ungünstig bis unzureichend“ bewertet.


Der Schwiemelkopf im Diemeltal stellt einen Hotspot der Artenvielfalt im Kreis Höxter dar. Mehrere in NRW vom Aussterben bedrohte oder stark gefährdete Tier- und Pflanzenarten haben dort ein letztes Rückzugsgebiet gefunden. Um das Verbuschen der ehemals als Ziegenweiden genutzten Steilhänge zu verhindern, wurden dort im Rahmen des LIFE+ Projektes aufwändige Entbuschungsarbeiten durchgeführt. Diese wurden filmerisch begleitet. Durch eindrucksvolle Aufnahmen werden die Arbeiten und deren Ergebnisse anschaulich dargestellt.

Video LifePlus SchwiemelkopfVideo LifePlus Schwiemelkopf

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