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Streuobstwiesen

Baum_Tiere
Foto: D. Krämer

Seit Jahrhunderten prägen hochstämmige Obstbäume und sog. Streuobstwiesen die Landschaft im Kreis Höxter. Diese wertvollen Landschaftselemente sind auch von hohem ökologischen Wert, denn sie bieten einer Vielzahl von Insekten, Vögeln und Säugetieren einen nahrungsreichen Lebensraum. Zu nennen wären hier beispielsweise Wild- und Honigbienen, der in NRW selten gewordene Steinkauz sowie Siebenschläfer und diverse Fledermausarten.

Steinkauz
Foto: Frank Grawe

Ursprünglich aus dem Orient stammend, wurde der Obstanbau von den Römern in unsere Regionen getragen und zunächst in Klöstern weiterkultiviert. So entstanden im Laufe der Jahrhunderte unzählige regionale Obstsorten, die in unseren Breiten auch ohne den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln robuste Früchte hervorbrachten. Neben der Versorgung der Bevölkerung mit vitaminreichem Obst waren Obstbäume auch Lieferanten für Möbel- und Brennholz.

Obstbaum-Allee
Foto Kreis Höxter

Obstbäume wurden oft in den Gärten sowie unmittelbar angrenzend um die Dörfer oder als Reihen entlang der Feldwege angepflanzt. Eine weitere Nutzungsform war die „verstreute“ Anpflanzung auf Wiesen und Weiden – hiervon stammt auch der Begriff „Streuobstwiesen“. Angepflanzt wurden in der Regel hochstämmige Bäume mit einem Kronenansatz von mindestens 1,60 – 1,80 m über dem Boden. Darunter fand üblicherweise eine Grünlandnutzung als Wiese oder Weide statt, in selteneren Fällen auch Ackerbau.

Auf Grund agrarstruktureller Veränderungen in den 60er/70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts sowie verändertem Verbraucherverhalten verschwand eine Vielzahl dieser landschaftlich und ökologisch wertvollen Landschaftselemente. In den 1970er Jahren wurden sogar Rodungsprämien für die Beseitigung hochstämmiger Obstbäume ausgezahlt. Die alten Obstsorten mussten wenigen standardisierten Obstsorten weichen, die zumeist im leichter zu bewirtschaftenden niederstämmigen Plantagenanbau kultiviert wurden.

Heute sind in unserer Landschaft nur noch Restbestände an Obstbaumreihen und –wiesen vorhanden, die zudem ihr biologisches Endalter größtenteils bereits erreicht haben und somit in den kommenden Jahren absterben werden. Auch die privaten Gärten in unseren Dörfern und Städten unterlagen einem deutlichen Wandel zu Lasten der hochstämmigen Obstbäume. Um diesem Trend gegenzusteuern, wurden in den letzten Jahrzehnten verstärkt junge hochstämmige Obstbäume u.a. auch durch engagierte Heimat- oder Naturschutzvereine in unserer Landschaft angepflanzt und gepflegt. Des Weiteren wurden im Rahmen des LEADER-Projektes im Jahr 2019 kreisweit 40 ehrenamtliche Streuobstberater durch die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Kreis Höxter ausgebildet. Eine Auflistung der ehrenamtlichen Obstwiesenberater im Kreis Höxter finden Sie hier.