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Fachtagung zur „Nachhaltigen Entwicklung von Trockenlebensräumen auf Kalk“ am 01. und 02.10.2014 an der Hochschule OWL in Höxter

In enger Kooperation mit der Hochschule Ostwestfalen-Lippe richteten der Kreis Höxter als Projektträger und die Landschaftsstation im Kreis Höxter als assozierter Partner eine Fachtagung zur nachhaltigen Pflege und Entwicklung von Trockenlebensräumen aus. Rund 100 Gäste aus ganz Deutschland kamen am 01. und 02.10.2014 nach Höxter um auf dem Campus der Hochschule mit Fachleuten aus unterschiedlichsten Disziplinen Fragen rund um die Pflege und Entwicklung von Kalk-Halbtrockenrasen, die Förderung lichter Wälder und Orchideen - insbesondere des Frauenschuh (Cypripedium calceolus) -sowie spezielle Fragen zum Artenschutz zu erörtern und zu diskutieren.

Referenten_Mathias Lohr
Die Referenten der Fachtagung Foto: M. Lohr

 

Der erste Tagungstag war geprägt von Referaten und Diskussionen rund um die Themen „Kalk-Halbtrockenrasen“, „Lichte Wälder“ und „Spezielles Artenmanagement“.  Nach Grußworten durch den Dekan als Hausherr und den Landrat des Kreises Höxter führte Katrin Weiß (Kreis Höxter) in das LIFE+ Projekt „Vielfalt auf Kalk“ ein. Frank Grawe (Landschaftsstation) stellte die im Rahmen des LIFE+ Projektes "Vielfalt auf Kalk" angewandten Methoden der Erstinstandsetzungen von Kalk-Halbtrockenrasen vor. Diese reichten von motormanueller Entbuschung mit Kettensäge und Freischneider über Spezialgeräte wie Kettenbagger mit montiertem Schneidgerät bis hin zur Nachbearbeitung entbuschter Flächen mittels Forstmulcher. Frank Grawe zeigte Vor- und Nachteile der verschiedenen Methoden auf, insbesondere auch in Bezug auf den jeweiligen Aufwand für die Nachpflege in den Folgejahren nach der Entbuschung. In einem zweiten Vortrag beleuchtete Burkhard Beinlich (Landschaftsstation) alternative Nutzungsmöglichkeiten auf Kalk-Halbtrockenrasen und stellte die jeweiligen Effekte der Beweidung mit unterschiedlichen Haustierrassen dar. Einen Überblick über die im laufenden Projekt gewonnenen praktischen Erfahrungen mit den diversen bürokratischen Hemmnissen bei der Entwicklung von Grünlandlebensräumen gab Sven Mindermann (Landschaftsstation). Thomas Schiffgens vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes NRW erläuterte abschließend die in NRW gegebenen Fördermöglichkeiten einer naturschutzkonformen Entwicklung und Nutzung der Trockenrasen.

Exkursion_Mathias Lohr
Exkursionsgruppe auf dem Magerrasen Foto: M. Lohr


Nach der Mittagspause wurden in einem zweiten Themenblock Fragen Themen und Fragen rund um den Orchideen-Buchenwald und um „lichte Wälder“ behandelt. Prof. Wolfgang Schmidt (Universität Göttingen) stellte die Frage, ob und an welchen Standorten die Orchideen-Buchenwälder in den nördlichen Mittelgebirgen natürlich sind und in welchem Umfang sie auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen sind. Welchen Beitrag eine mittelwaldähnliche Waldrandgestaltung zur Förderung der Artenvielfalt leisten kann, wurden von Heinz Gockel (Regionalforstamt Hochstift) beleuchtet. Roland Schockemöhle (Regionalforstamt Hochstift) referierte abschließend über den Beitrag, den die Forstwirtschaft zur Förderung lichter Wälder leisten kann.

Im abschließenden dritten Themenblock wurden die Möglichkeiten der Artanreicherung im Grünland zur Optimierung von Flachland-Mähwiesen durch Prof. Winfried Türk (Hochschule OWL) vorgestellt. Der erfolgreichen Bekämpfung der Problemart Land-Reitgrass widmete Jürgen Dengler (Universität Bayreuth) seinen Vortrag. Karl-Heinz Härtl (Gartenbau Härtl) brachte im letzten Vortrag des Tages dem Auditorium die faszinierende Biologie des Frauenschuhs näher.

Moderiert wurde die Tagung durch Prof. Ulrich Riedl (Hochschule OWL) und Norbert Asche (Landesbetrieb Wald und Holz/Hochschule OWL).

Der zweite Veranstaltungstag bot den Tagungsteilnehmern bei herrlichem Wetter die Möglichkeit im Rahmen zweier Halbtages-Exkursionen das Projektgebiet und die Maßnahmenflächen kennenzulernen. Eine Exkursion widmete sich schwerpunktmäßig den Halbtrockenrasen und Flachland-Mähwiesen, die zweite hatte die lichten Wälder und Orchideen-Buchenwälder zum Ziel.


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Hochschule OWL


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