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Feierlicher Abschluss des Projekts Life+ „Vielfalt auf Kalk“ - Mediterrane Artenvielfalt im Kulturland Kreis Höxter

Orchideen, Enziane, farbenprächtige Schmetterlinge oder Reptilien – viele seltene Tier- und Pflanzenarten finden auf den Magerrasenflächen im Kreis Höxter einen idealen Lebensraum. Dass es davon nun noch mehr gibt, ist dem Projekt Life+ „Vielfalt auf Kalk“ zu verdanken. Nach siebenjähriger Laufzeit ist es nun von Landrat Friedhelm Spieker sowie den Mitgliedern des Projektbeirats feierlich abgeschlossen worden.

„Mit intensiver Arbeit ist es uns im Kreis Höxter erneut gelungen, ein Projekt so erfolgreich umzusetzen, dass wir langfristig davon profitieren“ – so lautete das Fazit, das Landrat Spieker während einer Feierstunde im Landhaus am Heinberg bei Warburg zog.
 

1Abschluss Life+
Zum Abschluss des Projekts Life+ „Vielfalt auf Kalk“ im Kreis Höxter zogen (v. l.) Landrat Friedhelm Spieker, Frank Grawe und Burkhard Beinlich (beide Landschaftsstation im Kreis Höxter), Stefan Häcker (Bezirksregierung), Kathrin Weiß (Abteilung Umweltschutz und Abfallwirtschaft des Kreises Höxter) und Wolfgang Mügge (Bezirksregierung) eine durchweg positive Bilanz.

 

In seiner Sitzung am 24. Juni 2010 hatte der Kreistag die Beteiligung des Kreises Höxter am Projekt „Vielfalt auf Kalk“ befürwortet. Im Mittelpunkt stand unter anderem die Neuschaffung von Kalkmagerrasenflächen. „Ziel war es, die kalkgeprägten Lebensräume als Zeugnisse ehemaliger Landnutzungsformen in Wert zu setzen und als Rückzugsgebiete für seltene und geschützte Tier- und Pflanzenarten zu sichern“, erklärte Dr. Burkhard Beinlich, Leiter der Landschaftsstation im Kreis Höxter. Die Kalkmagerrasen seien ein einzigartiges Ökosystem. Dort kämen auch viele Pflanzen vor, die sonst eher aus mediterranen Regionen bekannt seien, wie Salbei oder Oregano.

Das Konzept für das Life+-Naturschutzprojekt hatte der Kreis Höxter gemeinsam mit der Landschaftsstation in Anknüpfung an das naturtouristische Projekt „Erlesene Natur – Naturerleben im Kreis Höxter“ erarbeitet. Fachlich begleitet wurde es von der Hochschule OWL.

 

2Abschluss_Life+
Am Heinberg bei Warburg-Ossendorf zeigt Frank Grawe (vorne) von der Landschaftsstation im Kreis Höxter einige seltene Pflanzen, die auf dem nährstoffarmen Boden ideale Lebensbedingungen finden.


Für die Maßnahmen wurden im Kreis Höxter elf Bereiche in den Stadtgebieten von Beverungen, Borgentreich, Höxter und Warburg ausgewählt. Insgesamt wurde der Bestand an Magerrasen um 20 Hektar, an Flachlandmähwiesen um 30 Hektar und die Wacholderheiden um vier Hektar vergrößert. Die Bestände des Frauenschuhs, der zu den schönsten heimischen Orchideen zählt, wurden durch spezielle Maßnahmen zum Artenschutz stabilisiert.

Das Fördervolumen für das Projekt betrug insgesamt knapp 1,1 Millionen Euro. Davon finanzierte rund 580.000 Euro die EU, 370.000 das Land NRW und fast 150.000 der Kreis Höxter.