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Bund fördert „Lokale Allianzen“ im Kreis Höxter mit 10.000 Euro

Mit Erfolg hat der Kreis Höxter Bundesfördermittel aus dem Programm „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz“ eingeworben.

„Die Unterstützung von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen ist eine gesellschaftliche Aufgabe, die wir stärker ins Bewusstsein rücken möchten“, erklärt Landrat Friedhelm Spieker. Mit den Bundesmitteln finanziert der Kreis Höxter eine Kampagne, die das Ziel hat, neue Angebote für Menschen mit Demenz zu schaffen, für Verständnis zu werben und über Hilfen zu informieren.

Über 1,6 Millionen Menschen sind in Deutschland an Demenz erkrankt, wie Zahlen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend belegen. „Die Diagnose Demenz darf für die Betroffenen und ihre Familien nicht zur gesellschaftlichen Ausgrenzung führen. Deshalb brauchen wir vor Ort Strukturen, die den Erkrankten und ihren Angehörigen konkret helfen, den Alltag so lange es geht so normal wie möglich weiter zu leben“, erklärt der Leiter des Fachbereichs Familie, Gesundheit und Soziales, Gerhard Handermann, die Zielrichtung des Bundesprogramms „Lokale Allianzen“. Mit 10.000 Euro fördert der Bund die Aktivitäten des Kreises Höxter in den kommenden zwei Jahren.

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Freuen sich über Bundesfördermittel aus dem Programm „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz“, um Verständnis für Menschen mit Demenz zu wecken und für Hilfsbereitschaft zu werben (von links): Liesa Warneke (Kreis Höxter), Gerhard Handermann (Leiter des Fachbereichs Familie, Gesundheit und Soziales), Landrat Friedhelm Spieker und Andreas Fuhrmann (Vorsitzender des Netzwerks Pflege im Kreis Höxter).


Fast ein Drittel der Pflegebedürftigen im Kreisgebiet ist - meist wegen Demenz - in der Alltagsbewältigung sehr stark eingeschränkt. Die Senioren- und Pflegebratungsstelle des Kreises Höxter berät Pflegebedürftige und ihre Angehörigen über Hilfen und Unterstützungsmöglichkeiten. „Das bestehende Angebot im Kreis Höxter wollen wir speziell für Menschen mit Demenz ausbauen. Denn der Bedarf wird weiter steigen“, verweist Handermann auf die Alterung der Bevölkerung.

Das Netzwerk Pflege im Kreis Höxter hat für die Kampagne eine neue Arbeitsgruppe Demenz gebildet, deren Geschäftsführung beim Kreis Höxter liegt. „Die Arbeitsgruppe hat die Aufgabe, Hilfen für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen zu bündeln und zu erweitern“, erläutert der Vorsitzende des Netzwerks Pflege im Kreis Höxter, Andreas Fuhrmann. „Wer mit der Diagnose Demenz konfrontiert ist, braucht vom ersten Tag an besondere Unterstützung“, sagt er. Durch gezielte Informationen sollen Betroffene und Angehörige zügig erfahren, wo und wie sie Hilfe erhalten können. Besonders Ärztinnen und Ärzte sollen einbezogen werden, weil sie meist die ersten sind, denen Anzeichen einer Demenzerkrankung auffallen. Schon heute hilft der „Wegweiser Demenz“. Der Leitfaden wird jetzt zusammen mit dem Demenz Servicezentrum OWL aktualisiert und neu aufgelegt.

„Demenz geht uns alle an“, betont Handermann. Es sei eine gesellschaftliche Aufgabe, Menschen mit Demenz nicht von der sozialen Teilhabe auszuschließen. „Wir wollen dafür sensibilisieren, ihnen verständnisvoll zu begegnen und sie so lange es geht in das gesellschaftliche Leben einzubeziehen.“ Deshalb wird die Arbeitsgruppe Demenz auch die Vernetzung mit gesellschaftlichen Akteuren vorantreiben. Mit dem Kreissportbund Höxter sollen Übungsleiter qualifiziert werden, damit diese auf sportlich aktive Demenzerkrankte besser eingehen können. Mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverband soll ein neues Selbsthilfeangebot für Menschen mit Demenz entwickelt werden. Auch wird es Vorträge und Lesungen zum Thema Demenz geben.
 

Menschen mit Demenz begegnen
Menschen mit Demenz haben Schwierigkeiten, sich zu erinnern, Wege zu finden und den Alltag zu organisieren. Ursache sind verschiedene Erkrankungen des Gehirns. Der Verlauf der Krankheit ist deshalb individuell sehr unterschiedlich. Inwieweit es möglich ist, mit Demenz selbstbestimmt und sicher zu leben, hängt ganz entscheidend von den persönlichen Lebensumständen, dem familiären und sozialen Umfeld und der unmittelbaren Umgebung.

Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen erleben immer wieder, dass Freunde, Verwandte und Bekannte sich zurückziehen. Deshalb ist Aufklärung über Demenz wichtig. Ziel der „Lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz“ ist es, für Verständnis, Toleranz und Hilfsbereitschaft zu werben.

Netzwerk Pflege im Kreis Höxter
Das Netzwerk Pflege im Kreis Höxter wurde 2014 gegründet. Es handelt sich dabei, um eine freiwillige Zusammenkunft aller an der Pflege und Betreuung beteiligten Akteure im Kreis Höxter. Zweimal jährlich tagt die Netzkonferenz als wichtigstes Gremium. Es wurden mehrere Arbeitsgruppen gebildet, um Verbesserungen in bestimmten Bereichen zu erzielen. Neben den Arbeitsgruppen „Entlassmanagement“, „Tag der Pflegeberufe“ und „Wiedereinstieg nach längerer Auszeit“ gibt es jetzt die neue Arbeitsgruppe „Demenz“.

Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz
Bis zum Jahr 2016 sollen in ganz Deutschland bis zu 500 „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz” entstehen. Ziel des Bundesmodellprogramms ist es, Demenzerkrankten und ihren Angehörigen direkt in ihrem Wohnumfeld die bestmögliche Unterstützung zu bieten. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fördert Projekte für jeweils zwei Jahre.

Mehr unter: www.lokale-allianzen.de

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