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Weichen für Kulturbetrieb in Corvey werden neu gestellt

Der Privateigentümer von Corvey hat in der Öffentlichkeit vielfach betont, dass er die Welterbestätte in alleiniger Regie führen will. Jetzt wurden die Weichen für den Betrieb des Museums und die Durchführung von Kulturveranstaltungen neu gestellt.

Im April 2015 bekundete das Haus Corvey die Absicht, die Gesellschafteranteile des Kreises und der Stadt Höxter an der Kulturkreis Höxter-Corvey gGmbH zu übernehmen. In einem Letter of Intent (Absichtserklärung) hat das Haus Corvey dies anlässlich der Verhandlungen um die Weitergabe von Fördermitteln nochmals bekräftigt. Deshalb hat der Kreistag des Kreises Höxter ebenso wie der Rat der Stadt Höxter in heutiger Sitzung am Donnerstag, 17. Dezember 2015, den Beschluss gefasst, das Gesellschaftsverhältnis an der Kulturkreis Höxter-Corvey gGmbH zum 31. Dezember 2015 zu kündigen und die Verhandlungen zur Übernahme ihrer Gesellschafteranteile fortzusetzen.

Wirksam wird die Kündigung zum 31. Dezember 2016. Bis dahin laufen seitens des Kreises und der Stadt Höxter die Aktivitäten im Kulturkreis Höxter-Corvey aus. Kreis und Stadt tragen dafür Sorge, dass die Durchführung der Corveyer Musikwochen im kommenden Jahr sicher gestellt ist. Ab 2017 wird die Verantwortung für das Kulturprogramm und den Museumsbetrieb in Corvey, wie gewünscht, allein in den Händen des verbleibenden Gesellschafters Viktor Prinz von Ratibor liegen.

Wie wichtig es dem Privateigentümer ist, die Entwicklung und den Betrieb der Welterbestätte vollständig in eigener Regie zu führen, hat er immer wieder deutlich gemacht. Bereits vor der Ernennung des Westwerks und der Civitas Corvey zum UNESCO-Weltkulturerbe schrieb Viktor Prinz von Ratibor im April 2013 in einem Beitrag im Deutschen Adelsblatt (dem Mitteilungsblatt der Vereinigung der deutschen Adelsverbände): „Wir müssen auch immer öfter mit aller Deutlichkeit betonen, dass die vollständige Verfügungsgewalt auch künftig beim Eigentümer liegt.“

Finanziert wurde die Antragstellung bei der UNESCO jedoch allein von den zwei kommunalen Partnern. Kreis und Stadt haben eine halbe Million Euro für das Verfahren zur Aufnahme Corveys in die Welterbeliste der UNESCO aufgebracht.

Darüber hinaus haben die beiden kommunalen Gesellschafter, Kreis und Stadt, in den vergangenen Jahren für den Museumsbetrieb und die Kulturarbeit in Corvey 4,5 Millionen zusätzlich aufgewendet.

„Die öffentlichen Investitionen in die touristische und kulturelle Strahlkraft Corveys und die erfolgreiche Auszeichnung als Weltkulturerbe waren und sind gut angelegtes Geld“, sagt Landrat Friedhelm Spieker. „Das Weltkulturerbe erfüllt die Menschen im Kreis Höxter mit Stolz. Für unsere Region ist das Alleinstellungsmerkmal Corvey ein großer Gewinn.“

„Nicht nur für die Stadt Höxter, sondern auch für die Region stellt Corvey einen Leuchtturm dar. Daher gilt es, die Welterbestätte im Sinne des Managementplanes zu erhalten und insbesondere touristisch zu entwickeln“, sagt der Bürgermeister der Stadt Höxter, Alexander Fischer. Vor diesem Hintergrund habe der Rat der Stadt Höxter in seiner Sitzung am 26. November 2015 die Weiterleitung der Fördermittel aus dem Bundesprogramm ‚Nationale Projekte des Städtebaus‘ beschlossen.

Wie bekannt wurde, gründet das Haus Corvey eine neue gemeinnützige Gesellschaft, die auch den Betrieb der Welterbestätte sichern soll. Die Kündigung ist vor diesen Hintergründen eine folgerichtige Entscheidung, ebenso die Weiterführung der Verhandlungen zur Übernahme der Gesellschafteranteile. Zwei gemeinnützige Gesellschaften mit der gleichen Zielrichtung sind für den Betrieb und die Weiterentwicklung der Kultur- und Welterbestätte Corvey nicht dienlich.

„Die Weiterentwicklung Corveys werden wir im Rahmen unserer Möglichkeiten weiterhin positiv begleiten“, sagten Landrat Friedhelm Spieker und Bürgermeister Alexander Fischer.