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„Demografische Entwicklung als Herausforderung und Chance sehen“

Das einstimmige Votum bei seiner Wahl zum Kreisheimatpfleger sieht Hans-Werner Gorzolka aus Ovenhausen als große Motivation: „Ich freue mich sehr auf meine neue Aufgabe, das werden acht spannende Jahre.“ In der Aula des Kreishauses in Höxter haben die Ortsheimatpfleger und Vertreter der Heimatvereine aus dem ganzen Kreisgebiet einen Nachfolger für Martin Koch aus Brakel gewählt, der 16 Jahre lang als Kreisheimatpfleger tätig war.

 

Nach dem Dank an Martin Koch (2.v.r.) für die geleistete Arbeit gratulierte Landrat Friedhelm Spieker (rechts) dem frisch gewählten Kreisheimatpfleger Hans-Werner Gorzolka aus Ovenhausen. Sein Stellvertreter Ulrich Pieper aus Nieheim und Heimatgebietsleiter Horst-Dieter Krus (von links) zählten zu den ersten Gratulanten.

Landrat Friedhelm Spieler nutzte die Gelegenheit, den versammelten Heimatpflegern seinen Dank für die eminent wichtige Arbeit auszusprechen. „Wenn wir dem Raumbegriff ‚Kreis Höxter‘ oft die Bezeichnung ‚Kulturland‘ hinzufügen, dann können wir das auch getrost tun, weil die Praktiker der Heimatpflege einen großen Anteil daran haben, diese Bezeichnung mit Inhalt zu füllen und sie zu rechtfertigen.“ Mit dem Begriff der „Heimat“ würde nicht selten Kitsch verbunden, führte Spieker aus und nannte die Beispiele „Heimatfilm“ und „Heimatroman“. Das habe sich manchmal auf die Heimatpflege übertragen. 

„Dass aber Heimatpflege keine Wirklichkeitsflucht ist, sondern die Auseinandersetzung mit dem Realen, erfahren Sie in Ihrer täglichen Praxis“, sagte Spieker. „Wir brauchen keine Plapperer und Pseudolyriker des heimattümelnden Edelkitsches“, machte Spieker deutlich, „wir brauchen die Praktiker mit Herz und Hirn, mit Wissen und Können! Solche Praktiker sind die Orts- und Kreisheimatpfleger, sind die in den Heimatvereinen unterschiedlicher Prägung Tätigen.“ 
Einen besonderen Dank sprach Landrat Spieker dem scheidenden Kreisheimatpfleger Martin Koch aus Brakel für das in zwei Amtszeiten, also 16 Jahren, Geleistete aus. Dieser habe mit der Berufung zahlreicher Ortsheimatpfleger die Akteure vor Ort bestimmt und in die Pflicht genommen. Vor allem habe er den Zusammenhalt und den Austausch der Heimatpfleger gefördert, die ja zumeist als „Einzelkämpfer“ auf sich allein angewiesen seien. „Sie haben viel Zeit in Ihr Ehrenamt investiert. Das weiß ich sehr zu schätzen und bin dafür dankbar.“ 

Martin Koch wies in seinem Rückblick darauf hin, dass die Ortsheimatpflege schon längst nicht nur in der Hand älterer Herren liege. Als positive Beispiele führte er Ina Mischeweski aus Bruchhausen und Sarah Schieborowsky aus Rolfzen an, die nicht nur den Frauenanteil gestärkt, sondern vor allem den Altersdurchschnitt deutlich gesenkt haben. „Die Heimatpflege im Kreis Höxter ist gut aufgestellt“, zog Koch ein positives Fazit und lobte dabei besonders die Projekte, die der Kreis auf den Weg gebracht habe, wie zum Beispiel Klosterregion, Erlesene Natur und die Kulturagenda. Ein wichtiger Schritt sei auch die Einrichtung von Dorfwerkstätten, „in denen die Orte ihre eigene Zukunft ins Visier nehmen.“

Nach der offiziellen Verabschiedung von Martin Koch schritt Heimatgebietsleiter Horst-Dieter Krus zur Tat, um die Wahl des Nachfolgers durchzuführen. In offener Abstimmung gab es nur Ja-Stimmen für Hans-Werner Gorzolka aus Ovenhausen. Dieser dankte für das große Vertrauen und appellierte an die Anwesenden, die demografische Entwicklung nicht nur als Problem zu sehen, sondern als Herausforderung und Chance. „Dorfentwicklung läuft heute am besten in Projekten“, stellte er gleich eine Idee vor. „Unsere Aufgabe muss es sein, Projekte zu initiieren und dann die Menschen dafür zu begeistern.“
 

Zur Person

  • Hans-Werner Gorzolka ist 61 Jahre alt, verheiratet und Vater von vier erwachsenen Kindern.
  • Geboren und aufgewachsen ist er in Nieheim, er wohnt seit 1982 in Ovenhausen.
  • Nach dem Abitur 1971 ging er zur Bundeswehr, wo er ein Studium an der Bundeswehrhochschule in Münster als Diplom-Bauingenieur abgeschlossen hat. Nach 15 Jahren Dienst verließ er die Bundeswehr als Hauptmann und war zuletzt als Oberst der Reserve beim Pionierregiment 100 in Minden eingeplant.
  • 1985 wechselte Gorzolka zur Kreisverwaltung und ist dort seit 2008 Leiter der Abteilung Bauen und Planen.
  • In seinem Heimatort Ovenhausen ist er vor allem als Vorsitzender des Heimat- und Schützenvereins bekannt, er engagierte sich aber auch im Tennisverein und in der Schulpflegschaft und ist seit 15 Jahren Mitglied im Kirchenvorstand.