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Fachtag „Sexualpädagogik in der Kita“: Eltern müssen mitreden können

18.10.2021: Wie können Kinder bei der Entwicklung vertrauensvoller Beziehungen und eines positiven Körperbildes gestärkt werden? Diese Frage stellen sich nicht nur viele Eltern, sondern auch Erzieherinnen und Erzieher. Um sie in ihrer wichtigen Funktion zu unterstützen, hat der Kreis Höxter den Fachtag „Sexualpädagogik in der Kita“ im Berufskolleg Kreis Höxter am Standort Höxter veranstaltet. Insgesamt 80 pädagogische Fachkräfte aus 30 Kindertageseinrichtungen aus dem Kreisgebiet nahmen teil.

„Mit diesem Fachtag möchten wir die Erzieherinnen und Erzieher bei ihrer wichtigen Arbeit unterstützen. Gerade das Thema Sexualpädagogik wird von vielen Eltern und Erziehungsberechtigten völlig zu Recht sehr aufmerksam wahrgenommen“, sagt Ulrike Schmidt von der Abteilung Kinder, Jugend und Familie des Kreises Höxter, die den Fachtag organisiert hat. „Ein sexualpädagogisches Konzept gibt Fachkräften, Kindern und Eltern Orientierung. Und es ist ein wichtiger Baustein zum Schutz zum Beispiel vor sexualisierter Gewalt. Je mehr ein Kind über sich selbst weiß, desto sicherer und selbstbewusster kann es gegenüber anderen Kindern und Erwachsenen auftreten und die eigenen Grenzen deutlich machen.“

Drei Referenten vor dem Publikum
„Mein Körper gehört mir“: Wie sie Kindern diese und weitere Botschaften vermitteln, erfuhren insgesamt 80 pädagogische Fachkräfte aus 30 Kindertageseinrichtungen beim Fachtag „Sexualpädagogik in der Kita“, zu dem der Kreis Höxter eingeladen hatte. Referenten waren die Sexualpädagogen Martina Degen (Mitte) und Jan Woollacott. Organisiert wurde der Fachtag von Ulrike Schmidt von der Abteilung Kinder, Jugend und Familie des Kreises Höxter. Foto: Kreis Höxter


Geleitet wurde die Veranstaltung von den Sexualpädagogen Martina Degen und Jan Woollacott. Auf ihre Frage, welche Erfahrungen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in ihrer Kita bereits mit Sexualpädagogik gemacht haben, war eine Antwort besonders häufig zu hören: „Doktorspiele“. Für die beiden Referenten war das keine Überraschung. „Mädchen und Jungen erforschen gleichermaßen ihren Körper. Sogenannte Doktorspiele oder Körpererkundungen kommen dabei sehr häufig vor“, erklärten sie und gaben den Erzieherinnen und Erzieher konkrete Verhaltensempfehlungen. „Wichtig sind grundsätzliche Regeln im Umgang mit Doktorspielen. Sie sollten kindgerecht aufgearbeitet und genauestens mit den Kindern besprochen werden.“

 
Grundsätzlich könne Sexualpädagogik in der Kita nur gelingen, wenn auch die Eltern der Kinder umfassend einbezogen werden. „Zwischen Kita und Elternhaus besteht eine Erziehungspartnerschaft. Im Rahmen dieser Partnerschaft kennen und akzeptieren die Eltern das sexualpädagogische Konzept der Einrichtung und werden über alle wichtigen, ihr Kind betreffenden Fragen und Vorkommnisse informiert“, machten die Sexualpädagogen deutlich. „Denn: Die primäre Verantwortung für die Inhalte und Ziele der Erziehung liegt bei den Eltern, nicht zuletzt auch aus rechtlicher Sicht.“


Die Beteiligung der Eltern im Rahmen der Sexualpädagogik können zum Beispiel durch allgemeine Information beim Anlass der Aufnahmegespräche erfolgen. „Auch Themen-Elternabende zu unterschiedlichen Aspekten der Sexualpädagogik sind sehr sinnvoll. Bei konkreten Anlässen sollte es zudem Einzel- oder Gruppengespräche geben“, so Martina Degen und Jan Woollacott. „Ganz grundsätzlich ist ein transparenter, offener Umgang auf Augenhöhe in Bezug auf die Erziehung, Förderung und Begleitung der Kinder wichtig.“