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Modellvorhaben soll in 30 Dörfern umgesetzt werden – Gesundheits-Kioske entstehen

06.05.2021: Smarte Gesundheits- und Pflegeversorgung: Kreis Höxter bekommt rund 600.000 Euro Förderung. Einmal mehr hat sich der Kreis Höxter erfolgreich um eine Bundesförderung für den Bereich Digitalisierung beworben. Insgesamt gehen 599.400 Euro vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung in das Kulturland. Mit dem Geld sollen Strukturen geschaffen werden, um die Gesundheits- und Pflegeversorgung im ländlichen Raum mithilfe der Digitalisierung noch weiter zu verbessern. Unter anderem sollen in 30 Dörfern sogenannte Gesundheits-Kioske entstehen.

Hierfür haben der Kreis Höxter und die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung das Modellvorhaben „Smarte Gesundheits- und Pflegeversorgung für ländliche Räume“ entwickelt, das gemeinsam mit der Volkshochschule Diemel-Egge-Weser als bewährtem Kooperationspartner umgesetzt wird. „Wir freuen uns sehr über die Bundesförderung, denn sie erlaubt es uns, die Gesundheits- und Pflegeversorgung in unseren Dörfern nachhaltig zu gestalten. Mit dem Projekt können wir auf diesem Gebiet ein sehr wichtiger Vorreiter für andere ländliche Regionen sein“, sagt Landrat Michael Stickeln. „Gerade hier ist die Gesundheits- und Pflegeversorgung oft eine große Herausforderung. Der demografische Wandel führt dazu, dass der Anteil der älteren Bevölkerung in unserer Gesellschaft steigt und damit die ortsnahe, medizinische Versorgung noch wichtiger wird. Gleichzeitig wird es für Hausärzte immer schwieriger, beim Ruhestandseintritt Nachfolgerinnen oder Nachfolger für ihre Praxen zu finden.“

Hier biete die Digitalisierung viele Chancen, die mit dem Modellvorhaben genutzt werden sollen. „Mit dem Projekt verbinden wir Gesundheitsversorgung und Digitalisierung – zwei Themen, die besonders in der Corona-Pandemie enorm an Bedeutung gewonnen haben. Unser gemeinsames Ziel ist es deshalb, das Bewusstsein für digitale Lösungen auch im Bereich der Gesundheits- und Pflegeversorgung zu schärfen und die Strukturen zu verbessern“, so Landrat Stickeln. „Bei der Umsetzung des Projekts nutzen wir deshalb die bereits vorhandenen Strukturen der Dörfer, um möglichst nah an der Lebenswirklichkeit der Menschen zu sein.“

Landrat Michael Stickeln und Dr. Andreas Knoblauch-Flach halten zusammen den Förderbescheid über 600.000 Euro in die Kamera.
Große Freude über die Bundesförderung: Landrat Michael Stickeln (r.) und Dr. Andreas Knoblauch-Flach, Leiter der VHS Diemel-Egge-Weser, mit dem Förderbescheid über rund 600.000 Euro. Mit dem Geld wird in den kommenden drei Jahren das Projekt „Smarte Gesundheits- und Pflegeversorgung für ländliche Räume“ finanziert. Foto: Kreis Höxter

So sollen in 30 ausgewählten Modelldörfern des Kreises Höxter jeweils zwei „Lotsen/Coaches für digitale Kompetenz im Bereich Gesundheit und Pflege" ausgebildet werden. Diese informieren ihre Mitbürgerinnen und Mitbürger dann über digitale Gesundheits- und Pflegedienste, beraten sie bei der Anwendung und stehen für alle themenbezogenen Fragen mit Rat und Tat zur Seite. Zudem wird in jeder teilnehmenden Gemeinde ein barrierefreier Gesundheits-Kiosk im entsprechenden Dorfgemeinschaftshaus eingerichtet. Er dient als zentrale Anlauf-, Informations- und Beratungsstelle für die Erprobung digitaler Gesundheitsanwendungen wie etwa Videosprechstunden mit Ärzten, Nutzung von Fitnessarmbändern, digitale Gesundheitsplattformen und Patientenforen, elektronische Rezepte und Krankschreibungen, Gesundheits- und Senioren-Apps und vieles mehr.
Kooperationspartner für das Projekt ist die Volkshochschule (VHS) Diemel-Egge-Weser. „Mit dem Modellvorhaben ‚Smarte Gesundheits- und Pflegeversorgung für ländliche Räume‘ leisten wir gemeinsam einen wichtigen Beitrag, um die Teilhabe und die digitale Souveränität der Menschen speziell auf den Dörfern weiter zu verbessern“, freut sich Dr. Andreas Knoblauch-Flach, Leiter der VHS Diemel-Egge-Weser. „Gemeinsam mit Förderprojekten wie Smart Country Side und Dorf.Zukunft.Digital, die ebenfalls auf die Chancen der Digitalisierung für die Menschen im ländlichen Raum abzielen, schaffen wir so einen wichtigen Mehrwert für unser Kulturland.“

Die Ergebnisse des Projekts, das auf drei Jahre angelegt ist, werden in einen sogenannten „Transferleitfaden“ zusammengefasst, damit die Inhalte auch von anderen ländlichen Regionen übernommen werden können. Die Qualitätssicherung erfolgt durch eine im Konzept vorgesehen Projektkoordination.

Interessierte Dörfer können sich für eine Projektbeteiligung bei Dr. Andreas Knoblauch-Flach (a.knoblauch-flach@warburg.de, Tel. 05641/92-1710) vormerken lassen.


Das Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium des Inneren, für Bauen und Heimat (BMI) im Rahmen der Bundesinitiative Ländliche Entwicklung (BULE). 


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