schriftAAA

Suche

Haustiere als Weihnachtsgeschenk sind kein Spielzeug

Ein knuddeliger Hundewelpe oder ein niedliches Kätzchen gehören zu den beliebten Geschenken, die oft erst kurz vor Weihnachten beim Züchter, im Zoofachhandel oder „mal eben“ im Internet gekauft werden. Aber auch exotische Familienmitglieder wie Schildkröten und andere Reptilien oder Papageien sind sehr gefragt.

Dr. Jens Tschachtschal, Leiter des Veterinärdienstes beim Kreis Höxter, rät beim Kauf lebender Tiere als Weihnachtsgeschenk zu besonderer Umsicht.

Verantwortung für eine artgerechte Haltung

Die Entscheidung für ein Haustier in der Familie sollte sorgfältig überlegt sein und gut geplant werden. „Haustiere dürfen nicht als Spielzeug angesehen werden“, betont Dr. Tschachtschal. „Eltern, die ein Tier in die Familie holen, übernehmen damit über viele Jahre Verantwortung für eine artgerechte Haltung und Versorgung.“

Bei „tierischen Geschenken“ sei zu bedenken, dass Tiere lebenslang aufwendige Pflege und Betreuung benötigen - auch in den Ferien. Darüber hinaus kostet ein Haustier Geld, nicht nur für das Futter und die geeignete Unterbringung. Manche Tiere, wie die es gern besonders warm haben, erhöhen auch die Stromrechnung. „Bei Krankheiten und auch zur Vorsorge muss der Tierarzt aufgesucht und bezahlt werden“, erläutert Dr. Tschachtschal die finanzielle Verantwortung. Diese laufenden Kosten seien vor dem Kauf eines Haustieres einzuplanen.

Unterschiedliche Aspekte bei der Tierhaltung

Der Leiter des Veterinärdienstes gibt weiter zu bedenken, dass je nach Tierart unterschiedliche Aspekte der Haltung zu beachten sind. Ein Hund benötige den menschlichen Bezug und täglich ausreichend Auslauf im Freien. „Mit einem Hund, der mehrmals am Tag Gassi gehen muss, kann sich der Alltag in einer Familie daher ziemlich verändern“, erklärt Dr. Tschachtschal. Es sollte vorab klar vereinbart werden, wer diese täglichen Aufgaben in der Familie übernehmen kann.

Knuddeliger Hundewelpe
Die Entscheidung für ein Haustier in der Familie sollte sorgfältig überlegt sein und gut geplant werden. Die Besitzer übernehmen für viele Jahre Verantwortung für eine artgerechte Haltung und Versorgung. Foto: Jannik Schwannecke

Katzen seien gerade im ländlichen Bereich als Freigänger eigenständiger und benötigten hierbei nicht unbedingt die Aufsicht des Halters. Aufgrund der im Kreisgebiet geltenden ordnungsbehördlichen Regelungen der Städte müssen sie aber kastriert und gekennzeichnet sein, damit eine unkontrollierte Vermehrung sicher verhindert wird und sie im Zweifelsfall eindeutig ihrem Besitzer zugeordnet werden können.

„Manche Tierarten, wie zum Beispiel Papageien, können nur in Gesellschaft mit ihren Artgenossen leben. Eine Einzeltierhaltung ist für Vögel nicht artgerecht und würde den Tieren schaden“, nennt Dr. Tschachtschal ein weiteres Beispiel. Bei der Haltung von exotischen Haustieren, wie etwa Reptilien, sind unter anderem die besonderen Ansprüche im Hinblick auf Größe und Strukturierung des Terrariums, Klima und Fütterung zu beachten.

„Wer über die Anschaffung eines Haustieres nachdenkt, sollte sich deshalb immer vorab sachkundig machen, um den Tieren einen artgerechtes Haltungsumfeld bieten zu können“, rät Dr. Tschachtschal.

Internationale Artenschutzbestimmungen

Internationale Artenschutzbestimmungen setzen enge Grenzen, die man beim Kauf einer Vielzahl von Exoten schnell übertritt, ohne es zu merken. Vor dem Kauf eines jeden Tieres sollte man seine Herkunft kennen und prüfen, ob es sich um ein geschütztes Tier nach der EU-Artenschutzverordnung handelt. Diese sind nämlich in Deutschland meldepflichtig. Wer der Meldepflicht nicht nachkommt oder illegal eingeführte Tiere ohne Papiere erwirbt, muss damit rechnen, bestraft zu werden, und kann sich keinesfalls auf Unwissenheit berufen.

„Wenn all dies wohlüberlegt ist, kann auch ein Haustier ein geeignetes Weihnachtsgeschenk sein und das Familienleben über viele Jahre hin bereichern“, wirbt der Kreisveterinär für eine verantwortungsvolle Entscheidung und einen artgerechten Umgang mit Haustieren.