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Sicher und verantwortungsvoll mit digitalen Medien umgehen

Joline (13) und Marlin (12) wollen Medienscouts werden. Sechs Tage werden sie dazu in den Themenfeldern Internet und Sicherheit, Social Communities, Handy und Computerspiele geschult.

Danach geben sie das gelernte Wissen an Gleichaltrige an ihrer Schule weiter und tragen damit zur Prävention, der Beratung bei Problemen und der Schulentwicklung bei.

Die Ausbildung zum Medienscout bietet die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen an. Sabine Giefers vom Kompetenzteam NRW beim Kreis Höxter und Michael Arens vom Kreismedienzentrum Paderborn haben das Projekt in die Kreise Höxter und Paderborn geholt. Im Paderborner Heinz-Nixdorf-MuseumsForum werden 40 Schülerinnen und Schüler, sowie 20 Lehrer und Lehrerinnen von zehn Schulen in ihrer Medienkompetenz geschult.

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40 Schülerinnen und Schüler und 20 Lehrerinnen und Lehrer aus den Kreisen Höxter und Paderborn lassen sich in einem sechstägigen Seminar im Paderborner Heinz-Nixdorf-MuseumsForum zu Medienscouts ausbilden. Foto: Kreis Paderborn

„Mit der Schulung kommen wir dem Jugendmedienschutzgesetz nach. Es geht darum, Kindern beizubringen, wie sie sich selbst schützen können, dass sie selbst Entscheidungen treffen können und kritikfähig und eigenverantwortlich werden“, erklärt Arens. Er weist darauf hin, dass Kinder anders surfen als Erwachsene. Oft werden sie als Digital Natives (zu Deutsch: digitale Ureinwohner) bezeichnet. „Heute wachsen die Kinder und Jugendliche mit den Medien auf. Trotzdem wissen sie nicht alles. Im Seminar lernen sie viel über Datenschutz, Abzocke im Netz und Passwörter“, sagt Giefers.

Sozialpädagoge Christian Möser und Filmemacher Lars Klostermann wollen als Seminarleiter zunächst mehr über das Mediennutzungsverhalten der Schülerinnen und Schüler wissen. „Mir ist aufgefallen, dass das Handy sehr viel genutzt wird. Man guckt alle paar Minuten drauf, ob im Bus, in der Schule oder abends im Bett“, sagt Joline. Gecheckt werden meist Messanger-Dienste wie WhatsApp und Social Communities wie Facebook. 88 Prozent der Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren sind mit dem Handy oder Smartphone online. Das hat die Studie Jugend, Information (Multi-) Media des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest im Jahr 2015 herausgefunden.

Jugendliche wie Joline und Marlin sind sich ihrer Internetnutzung bewusst und haben Spaß daran. „Was passiert eigentlich mit unseren Daten? Wie können wir unsere Privatsphäre schützen“, fragen die beiden. Antworten gibt es am ersten Seminartag. Die angehenden Medienscouts lernen, dass ein Passwort ein guter Schutz ist. Über das Portal „checkdeinpasswort.de“ können sie schauen, wie sicher ihre Buchstaben- und Zahlenkombination ist. Dazu gibt es Arbeits- und Informationsblätter. Alles, was Joline und Marlin für sich und ihre Mitschüler für wichtig erachten, heften sie in einen Ordner mit der Aufschrift Medienscouts.

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Wollen Medienscouts werden: Marlin von der Sekundarschule Höxter und Joline von der Gesamtschule Elsen. Sie werden ihr Wissen demnächst an ihre Mitschülerinnen und Mitschüler weitergeben. Foto: Kreis Paderborn

Nach ihrer Ausbildung werden sie damit ihre Mitschüler schulen. In der Fachsprache nennt sich das Peer-Education. „Das Wissen wird auf Augenhöhe vermittelt. Die Hürde, Fragen zu stellen, ist bei gleichaltrigen Lehrern niedriger“, sagt Arens. Medienscouts haben dabei drei Aufgaben: Sie wirken präventiv, indem sie ihren Mitschülern zeigen, wie sie sicher und verantwortungsvoll mit digitalen Medien umgehen. Medienscouts beraten bei Problemen, beispielsweise mit dem Urheberrecht, mit persönlichen Daten oder bei Beleidigungen. „Dabei ist es wichtig, dass Medienscouts ihre eigenen Grenzen einschätzen können und bei Dingen wie Cybermobbing ihre Beratungslehrer einschalten“, erklärt Arens. Deshalb setzt sich eine Gruppe Medienscouts immer aus vier Schülerinnen und Schülern sowie zwei Lehrern zusammen.

Die Beratungslehrer sorgen auch für die Nachhaltigkeit des Projekts. Sie bilden weitere Schülerinnen und Schüler an ihrer Schule zu Medienscouts aus. Zusätzlich werden einige Lehrkräfte zu lokalen Trainern ausgebildet, damit sie in ihrer Region weitere Schulungsstaffeln für Schüler und Beratungslehrer anbieten können.

In den Kreisen Höxter und Paderborn wird das Projekt bereits zum dritten Mal durchgeführt. Finanziert wird es vom Land NRW über die Landesanstalt für Medien. Mit dabei sind in der aktuellen Schulungsstaffel aus dem Kreis Höxter die Petrus-Damian Schule und Laurentiusschule aus Warburg, Peter-Hille-Realschule Nieheim, Sekundarschule Höxter und das Gymnasium St. Xaver Bad Driburg. Aus dem Kreis Paderborn nehmen teil die Gesamtschule Elsen, Sekundarschule Fürstenberg, Gesamtschule Salzkotten sowie die Gymnasien St. Michael und Theodorianum aus Paderborn.
 

Schulen erhalten Auszeichnung
Für das Projektjahr 2015/2016 konnten sich die Schulen erstmals für das Abzeichen „Medienscouts NRW-Schule“ bewerben. Die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen vergibt das Abzeichen an Schulen, an denen die Arbeit von Medienscouts besonders engagiert umgesetzt wird. Insgesamt 80 Schulen erhielten landesweit das Abzeichen. Im Kreis Höxter wurden folgende Schulen ausgezeichnet:

  • Städtisches Gymnasium Beverungen
  • Gymnasium St. Xaver in Bad Driburg
  • Schulen der Brede in Brakel

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