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Rüdiger Hansen: „Rechte der Jüngsten in der Kinderstube der Demokratie beachten“

„Kinder lernen, sich zu beschweren, indem sie sich beschweren.“ Rüdiger Hansen weiß, wovon er spricht. Er ist Leiter des Projekts „Die Kinderstube der Demokratie“, das zurzeit wohl umfassendste Konzept für Partizipation in Kindertageseinrichtungen. Und da diese gesetzlich gefordert ist, gab es nun auf der Fachtagung des Kreises Höxter für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer umfassende Informationen aus erster Hand.

„Partizipation von Kindern, sprich die Teilhabe an Entscheidungen bedeutet eine freiwillige Machtabgabe und gleichzeitig eine hohe Verantwortlichkeit der Erwachsenen“, erläuterte Hansen. „Kinderschutz verlangt eine demokratische Begrenzung der Macht der Erwachsenen“, unterstrich Hansen die Absichten des Bundeskinderschutzgesetzes, welches eng mit dem Thema Partizipation verbunden ist. Deswegen forderte er, Kinder als Experten ihres eigenen Lebens ernst zu nehmen. „Das mag banal klingen. Aber Kinder als gleichwertige, eigensinnige Partner anzusehen, ihnen ehrlich, authentisch, ohne (pädagogisch begründete) Hintergedanken entgegen zu treten, ist nicht leicht. Zu sehr sind wir daran gewöhnt, für Kinder zu denken und ihnen Verantwortung abzunehmen, die sie besser selber tragen können.“

Ulrike Schmidt (Mitte), Fachberaterin des Kreises Höxter für Tageseinrichtungen für Kinder, hat mit dem Diplom-Sozialpädagogen Rüdiger Hansen (links) aus Kiel einen namhaften Referenten für das Thema „Partizipation und Beschwerdeverfahren für Kinder in Kitas“ gewinnen können. Gerhard Handermann, Leiter des Fachbereichs Familie, Jugend und Soziales, hatte die Teilnehmer in der Aula des Kreishauses begrüßt. Foto: Kreis Höxter

Hansen betonte wiederholt die Bedeutung einer baldigen Umsetzung, denn im Zweifelsfall stehe die Betriebserlaubnis der Kindertageseinrichtungen auf dem Spiel. Das Kinder- und Jugendhilfegesetz sowie das Kinderbildungsgesetz verlangen, zur Sicherung der Rechte von Kindern geeignete Partizipations- und Beschwerdeverfahren konzeptionell zu verankern. 

Das Recht von Kindern, an Entscheidungen, die sie betreffen, beteiligt zu sein und sich – insbesondere auch über das Verhalten der pädagogischen Fachkräfte – zu beschweren, mache es erforderlich, die Konstellation zwischen den ungleichen Partnern in der pädagogischen Beziehung zu reflektieren und gegebenenfalls neu zu gestalten, hatte Ulrike Schmidt vom Kreis Höxter, Fachberaterin Tageseinrichtungen für Kinder schon in der Einladung zur Fachtagung formuliert. Wer hat im Kita-Alltag das Recht und die Macht, welche Entscheidungen zu treffen und umzusetzen? Wie entstehen Regeln und für wen gelten sie? Was passiert, wenn Kinder Regeln brechen – was, wenn Fachkräfte dies tun? Diese schwierigen Fragen wurden gemeinsam erörtert.

Rüdiger Hansen schaffte es, anhand vieler praktischer Beispiele aus dem Kita-Alltag die 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung für das Thema Partizipation zu begeistern. Einig waren sich alle, dass eine „Gesellschaft im Kleinen“ nach den Grundsätzen der „großen“ Gesellschaft demokratisch strukturiert werden kann. Dazu gilt es zunächst für die pädagogischen Fachkräfte, die (Mitentscheidungs-)Rechte der Kinder zu klären, um danach verlässliche Beteiligungs- und Beschwerdegremien einzuführen. Deshalb wurde in der Veranstaltung herausgearbeitet, welche Anforderungen damit für die pädagogischen Fachkräfte verbunden sind und welche Unterstützung sie dabei benötigen.
 

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Vortrag Hansen Partizipation Grundlagen

Vortrag Hansen Partizipation Eltern