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Gemeinsames Fastenbrechen hilft beim Abbau von Barrieren

Der Fastenmonat Ramadan zählt für die Muslime zu den wichtigsten religiösen Ereignissen des Jahres. Gemeinsam mit dem Kommunalen Integrationszentrum des Kreises Höxter haben die Moscheegemeinden in Warburg, Brakel, Steinheim und Höxter nun zum ersten Mal zu einem gemeinsamen Fastenbrechen eingeladen. 

„Wir haben uns mit dem gemeinsamen Fastenbrechen das Ziel gesetzt, den Austausch zwischen den verschiedenen Religionen zu fördern und das gegenseitige Kennenlernen und Miteinander zu intensivieren“, sagt Filiz Elüstü vom Kommunalen Integrationszentrum des Kreises Höxter. Sie brachte ihre Freude zum Ausdruck, „dass so viele Bürger die Gelegenheit genutzt haben, um einander besser kennenzulernen und zu verstehen. Ganz besonders haben wir uns auch über das Kommen der Flüchtlinge gefreut.“ Auch im nächsten Jahr soll deshalb ein gemeinsames Fastenbrechen im Kreis Höxter stattfinden. „Insgesamt hoffen wir, damit einen kleinen Beitrag für den interkulturellen Austausch leisten zu können. Wir sehen, dass dadurch viele Vorurteile abgebaut werden können und man letztlich anerkennt, dass viel mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede bestehen“, so Elüstü.

Mustafa Darcin, Vorsitzender des Türkisch-Islamischen Kulturvereins Höxter, Imam Hasan Bicak und Orhan Karaca überreichten Kreisdirektor Klaus Schumacher (zweiter von links) einen Koran.

„Wir möchten auch in Zukunft durch diese und andere Veranstaltungen authentische Eindrücke über den Islam und die Muslime in Deutschland vermitteln und stärker in den Dialog treten“, sagte Kreisdirektor Klaus Schumacher, der in Höxter am Fastenbrechen teilgenommen und dabei den vier beteiligten Moscheegemeinden im Kreis Höxter seinen Dank ausgesprochen hat. „Insgesamt waren die Abende in Warburg, Brakel, Steinheim und Höxter mit den kulinarischen Erlebnissen und durch das Kennenlernen der islamischen Kultur sowie die Vielfalt der Gäste lohnenswert und interessant.“ Das Kommunale Integrationszentrum wird weiterhin mit verschiedenen Kooperationspartnern das bunte „VielfaltForum“ für die interkulturelle und interreligiöse Begegnung im Kreis Höxter anbieten. Dies umfasst unterschiedliche Veranstaltungen wie zum Beispiel Tagungen, Workshops, Erkundungen oder Ausstellungen. So wird es am 3. Oktober von 11bis 16 Uhr in vier Moscheen im Kreis Höxter einen „Tag der offenen Moschee“ geben.

Der Islamische Kulturverein aus Warburg sowie die DITIB-Türkisch-Islamischen Kulturvereine Brakel, Steinheim und Höxter haben gerne ihre Türen geöffnet, um zum ersten Mal solch ein gemeinsames Fastenbrechen durchzuführen. „Ein besonderes Ramadan-Menü gibt es nicht, aber spezielle Speisen, wie zum Beispiel die Linsensuppe, Reis und das Fladenbrot gehören immer dazu“, erläuterte Frauenbeauftragte Ayse Ergin in Warburg. Die Vorsitzenden führten ihre deutschen Gäste durch die Moscheen, zeigten ihnen die Gebetsräume und beantworteten deren Fragen.

Dabei durften natürlich grundsätzliche Informationen nicht fehlen. „Im Ramadan verzichten Muslime einen Monat lang tagsüber auf Speisen und Getränke. Das Fasten ist einer der fünf Säulen des Islam und damit eine besondere religiöse Pflicht“, erklärte Irfan Koca in Brakel. „Der islamische Kalender orientiert sich am Mond und ist deshalb zehn bis elf Tage kürzer als der gregorianische Kalender, der ein Sonnenkalender ist. Dadurch findet der Ramadan in jedem Jahr zu einer anderen Zeit statt und durchläuft alle vier Jahreszeiten“, sagte Necati Meral in Steinheim.

„Ramadan ist nicht nur ein Monat der körperlichen Enthaltsamkeit, sondern auch ein Monat des intensiven Gottesdienstes und der Verhaltensoptimierung. Die Fastenden sollen versuchen, besondere Charakterzüge auszuprägen, wie beispielsweise Geduld, Bescheidenheit und Großzügigkeit“, so Hayri Ergin aus Warburg. „Das Fasten ist eine Pflicht für alle Muslime. Ausgenommen sind alte Menschen, Kranke, schwangere und stillende Frauen sowie Kinder, Reisende und Schwerstarbeitende“, erläuterte Mustafa Darcin in Höxter. „Der nicht gefastete Tag muss irgendwann nachgeholt werden - ein lebenslanges Schuldenkonto bei sich selbst. Das Erfüllen der Fastenpflicht wird aber nicht kontrolliert, es ist eine Vereinbarung zwischen Gott und dem Menschen selbst“, fügte Frauenbeauftragte Nursen Eliyazici in Höxter zu.

Der Imam der jeweiligen Moscheegemeinde, Halis Ünal in Warburg, Ahmet Aktürk in Brakel, Mustafa Bostanoglu in Steinheim und Hasan Bicak in Höxter proklamierte den Sonnenuntergang durch den Gebetsruf in arabischer Sprache. Dann setzten sich die Gäste an den gedeckten Tisch und feierten gemeinsam den „Iftar“, wie das Fastenbrechen auch genannt wird.

Die Frauen der Moscheegemeinden haben für das Fastenbrechen gemeinsam gekocht – gefüllte Weinblätter, Frikadelle, Reis und Börek. In Höxter übernahmen das (von links) Emine Türkoglu, Nuran Coskun, Naciye Darcin, Yasemin Aycil, Canan Karaca und Hülya Özakin.