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Gefährliche Schönheit breitet sich aus

Besonders während der derzeitigen Hitzewelle geht von dem Riesenbärenklau eine erhöhte Gefahr aus. Sein Saft kann bei Hautkontakt unter der Einwirkung von Sonnenlicht zu schweren Verbrennungen führen. Der Kreis Höxter warnt deshalb vor dem Gesundheitsrisiko.

Sorgen sich über die rasante Ausbreitung von Riesenbärenklau im Kreisgebiet: Dr. Kathrin Weiß, Leiterin der Abteilung Umweltschutz und Abfallwirtschaft des Kreises Höxter, und Olaf Höchel vom Gewässerentwicklungsprojekt des Kreises Höxter. Charakteristisch sind die rötlichen Flecken auf dem Stiel der Pflanze.

Weiße Blüten, ein dicker, grüner Stängel mit kleinen roten Flecken und dazu große, gezackte Blätter – so sieht der Riesen-Bärenklau aus, der wegen seiner Größe von bis zu vier Metern auch Herkulesstaude genannt wird. Sein Pflanzensaft setzt den natürlichen Lichtschutzfaktor der menschlichen Haut herab. Unter Einfluss von Sonnenlicht entwickeln sich oft erst Stunden oder Tage nach dem Hautkontakt teils schmerzhafte Brandwunden und Blasen, die schlecht abheilen und bleibende Hautschäden verursachen können. Sind größere Hautpartien betroffen, ist eine ärztliche Behandlung erforderlich. Besonders gefährdet sind Kinder, die zwischen den großen Gewächsen spielen oder die Pflanzen wegen ihrer imposanten Blüten pflücken.

 

„Nicht nur die Gesundheitsgefahr ist ein Problem. Der Riesenbärenklau bedroht auch die heimische Pflanzenwelt“, erklärt Dr. Kathrin Weiß, Leiterin der Abteilung Umweltschutz und Abfallwirtschaft des Kreises Höxter. Seit einigen Jahren schon bekämpft der Kreis Höxter den Eindringling. Im letzten Jahr wurde darüber hinaus die Landschaftsstation im Kreis Höxter beauftragt, die Bedrohung für heimische Arten in den Schutzgebieten einzudämmen. 

Um Standorte der Herkulesstauden im gesamten Kreisgebiet zu erfassen und ihre weitere Ausbreitung zu verhindern, ruft der Kreis Höxter dazu auf, Bestände zu melden. „Bürgerinnen und Bürger sollten in Gärten oder auf Nutzflächen Ausschau nach dem Riesenbärenklau halten und aktiv dagegen vorgehen“, rät Dr. Weiß. Dabei ist jedoch Vorsicht geboten. Der Kreis Höxter gibt daher auch Tipps, wie die Pflanze am besten bekämpft wird, ohne sich selbst zu gefährden. 

Am wirkungsvollsten kann die Pflanze durch Absägen und Ausstechen der Wurzel beseitigt werden – am besten noch vor der Blüte, spätestens aber, wenn die Samenbildung beginnt. Dabei muss der Wurzelstock in etwa zehn Zentimetern Bodentiefe durchstoßen werden, um das obere Drittel der Wurzel abzutrennen. Dabei muss der Wurzelstock ausgegraben und durchtrennt werden.

Die Pflanzenreste können nach dem Abtrocknen kompostiert werden, die Blütenköpfe müssen jedoch in einer Plastiktüte in den Hausmüll gegeben werden, damit die Samen nicht nachreifen.

„Nur die Blüten abzuschneiden, hilft nicht“, so Dr. Weiß. „Denn der Riesenbärenklau kann sich schnell erholen und weitere Blüten nachbilden.“ Deshalb sollte mehrmals im Jahr kontrolliert werden, dass keine neuen Triebe aus dem Boden kommen. Vor dem Einsatz von Pflanzenvernichtungsmitteln warnt der Kreis Höxter. „Außerhalb landwirtschaftlicher Nutzflächen, in Gewässernähe und im privaten Bereich ist ihr Einsatz verboten“, so die Abteilungsleiterin.

Bei der Bekämpfung der Pflanzen sind dichte Kleidung, Handschuhe und Schutzbrille erforderlich. Hautkontakt mit den giftigen Pflanzensäften sollte unbedingt vermieden werden. Sollte es doch dazu kommen, muss die betroffene Stelle schnellstmöglich mit Wasser abgespült und vor Sonne geschützt werden. Zudem sollte man sich nicht zu lange in größeren Beständen aufhalten, da die Ausdünstungen der Pflanzen zu Schwindel, Kopfschmerzen und Unwohlsein führen können.

Wer Fragen zur Bekämpfung des Riesenbärenklaus hat oder Pflanzenstandorte melden möchte, wendet sich an den Kreis Höxter, Telefon: 05271/965-4465.

Weitere Informationen finden Sie auch in unserer Bereich Bürgerservice
 

Riesen-Bärenklau aus dem Kaukasus

Ursprünglich stammt der Riesen-Bärenklau aus dem Kaukasus. Im 19. Jahrhundert wurde er als Zierpflanze für Gärten in Deutschland eingeführt. Seither breitet er sich rasant aus, vorzugsweise in Gewässernähe. Eine einzige Pflanze kann bis zu 100.000 Samen produzieren. So entwickeln sich aus wenigen Stauden in kurzer Zeit flächendeckende Bestände, die heimische Pflanzen verdrängen und somit die heimische Artenvielfalt massiv bedrohen.

Riesenbärenklau mit charakteristischen rötlichen Flecken auf dem Stiel der Pflanze.

 

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