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Meinungsforschung: Zuwanderer und Einheimische teilen viele Zukunftserwartungen und Werte

Mehr als 140 Teilnehmende folgten der Einladung des Kommunalen Integrationszentrums des Kreises Höxter (KI) zur ersten Integrationskonferenz. „Sie sind weit vorn“, lobte Thorsten Klute vom Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen die Vorreiterrolle des Kreises Höxter bei der Integrationsarbeit. 

Das Thema der Konferenz „Ankommen und Bleiben – Anerkennungs- und Willkommenskultur gemeinsam gestalten“ bezeichnete der Staatssekretär für Integration als wegweisend. Mit Bezug auf steigende Flüchtlingszahlen sagte Klute, dass viele Asylbewerber gute Bleiberechtsperspektiven hätten. Deshalb gehe es vom ersten Tag an nicht nur um Versorgung, sondern auch um Integration. „Für den ländliche Raum verbinden sich mit dem Wanderungsgewinn gute Chancen“, betonte er. Das Land setze sich sehr dafür ein, dass der Arbeitsmarktzugang für Asylbewerber und Flüchtlinge vereinfacht werde.

Freuten sich über die große Resonanz auf die erste Integrationskonferenz des Kreises Höxter, zu der das Kommunale Integrationszentrum des Kreises Höxter eingeladen hatte (von links): Professor Dr. Andreas Zick (Direktor des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung an der Universität Bielefeld), Dominic Gehle (Leiter der Abteilung Bildung und Integration des Kreises Höxter), Sandra Zengerling (Leiterin des Kommunalen Integrationszentrums), Staatssekretär Thorsten Klute (Staatssekretär für Integration des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen) und Landrat Friedhelm Spieker.

„In der sozialen Nähe sehe ich eine der Stärken des ländlichen Raums – auch bei der Integration“, sagte Landrat Friedhelm Spieker und erinnerte daran, dass der Kreis Höxter auf eine Erfolgsgeschichte der Integration zurückblicken könne. In der Nachkriegszeit seien rund 25.000 Menschen aufgenommen worden. Ende des 20. Jahrhunderts habe der Kreis Höxter erneut rund 20.000 neue Mitbürgerinnen und Mitbürger in einer relativ kurzen Zeitspanne aufgenommen. „Das sind bemerkenswerte Integrationsleistungen, die immer von beiden Seiten erbracht werden müssen, der alteingesessenen Bevölkerung und den zugewanderten Menschen“, so Spieker. 

Aktuell erlebe die Welt die größte Flüchtlingswelle seit dem Zweiten Weltkrieg. „Die Zahl der Flüchtlinge, die zu uns kommen, wird weiter steigen.“ Mit Blick auf den Bevölkerungsrückgang und den zunehmenden Fachkräftemangel beleuchtete der Landrat auch die Chancen. „Wir brauchen das Potential der mitunter hochqualifizierten Zuwanderer“, erklärte Spieker. Allerdings sei Integration keine Einbahnstraße, sondern ein wechselseitiger Prozess. 

Dies bestätigte auch Professor Andreas Zick. „Integration erfordert von allen die Bereitschaft zu Veränderungen“, betonte der Direktor des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung an der Universität Bielefeld. Unter der provokanten Überschrift „Zwischen Willkommenskultur und Menschenfeindlichkeit“ referierte er über Einstellungen der Bevölkerung zur Integration. Dabei kamen nicht nur Vorurteile als Mechanismus zur Abwertung von Menschen zur Sprache, sondern auch übereinstimmende Vorstellungen und Erwartungen. 

Bei der Frage, was Zugehörigkeit für sie bedeutet, gaben Zugewanderte und Einheimische annähernd gleiche Antworten, fasste der Wissenschaftler aktuelle Ergebnisse der Meinungsforschung zusammen. Auf einer Wellenlänge sind Einheimische und Zugewanderte zum Beispiel bei der Hoffnung, dass ihre Kinder es einmal besser haben sollen. „Ländliche Regionen schaffen es wohl besser, zugewanderten Menschen Heimat zu geben“, formulierte Professor Zick abschließend eine These, über die er gern weiter forschen würde.   

„Die geteilten Werte und Zukunftserwartungen bieten gute Anknüpfungspunkte für die  Integrationsarbeit“, resümierte die Leiterin des Kommunalen Integrationszentrums, Sandra Zengerling. In der Aula des Berufskollegs Höxter, dem Konferenzort, stellte sie aktuelle Projekte des KI vor. Anschließend erarbeiteten die Konferenzteilnehmer gruppenweise Vorschläge und Ideen für die künftige Integrationsarbeit zu den Themen „Alter und Pflege“, „Flüchtlingsarbeit“, „politische Teilhabe“, „Integrationspreis“ sowie „weitere Handlungs¬felder der zukünftigen Integrationsarbeit“. „Die Konferenzergebnisse werden in das Integrationskonzept für den Kreis Höxter und in unsere Arbeit einfließen, bei der wir weiterhin auf die breite Unterstützung aus der Bevölkerung vertrauen“, sagte Zengerling und verwies auf das Motto des Konzepts „Integration im Kreis Höxter – gemeinsam leben und gestalten.“


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