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Delegation aus dem Kreis Höxter im Düsseldorfer Landtag

Kulturministerin Ute Schäfer unterzeichnet
Weltkulturerbeantrag für Corvey

Kulturministerin Ute Schäfer unterzeichnete gestern im Düsseldorfer Landtag den Antrag zur Aufnahme Corveys in die Liste des UNESCO-Welterbes in Anwesenheit der Landtagsabgeordneten aus OWL. An der Spitze einer Delegation aus Ostwestfalen-Lippe waren auch die Detmolder Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl und Landrat Friedhelm Spieker in die Landeshauptstadt gereist, um bei der feierlichen Unterzeichnung mit dabei zu sein.

Wichtige Etappe des Welterbeantrags.

Freuen sich über die wichtige Etappe des Welterbeantrags (von links): Pfarrdechant Ludger Eilebrecht, Bürgermeister Alexander Fischer, Ministerin Ute Schäfer, Landrat Friedhelm Spieker, Museumsleiterin Dr. Claudia Konrad, Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl und Landesrätin Dr. Barbara Rüschoff-Thale.

„Dies ist ein großer Schritt auf dem Weg zur Auszeichnung Corveys mit dem wichtigsten Denkmalschutz-Prädikat der Weltgemeinschaft. Alle Beteiligten in der Region haben mit der Erarbeitung des Antrags Beachtliches geleistet. Dieses Engagement ist beispielhaft. Jetzt müssen wir gemeinsam die Daumen drücken“, sagte Kulturministerin Schäfer.

Landrat Friedhelm Spieker: "Für unser Kulturland Kreis Höxter ist der Welterbeantrag von großer Bedeutung. Ich danke allen, die mit vereinten Kräften daran mitgearbeitet haben. Besonders freue ich mich über den starken Rückenwind aus der Bürgerschaft."

Der Titel des Antrags, mit dem sich Corvey um den Status eines UNESCO-Welterbes bemüht, lautet „Das karolingische Westwerk und die Civitas Corvey“. Die Antragsunterlagen wurden unter der Federführung von Dr. Birgitta Ringbeck, Beauftragte der Kultusministerkonferenz für das UNESCO-Welterbe, von den beiden Eigentümern (Herzogliches Haus von Ratibor und Corvey, Kirche St. Stephanus und St. Vitus), dem Kulturkreis Höxter-Corvey sowie Vertretern der Stadt und des Kreises Höxter und des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe erarbeitet.

Das gesamte Paket besteht aus dem Antragstext, dem Managementplan, einem Materialband und einem Vortragsband, in den Fachbeiträge zweier internationaler Symposien in Corvey und Paderborn einfließen. „Wir hoffen, dass Corvey erfolgreich sein wird. Es ist das einzige Kultur-Projekt, für das sich NRW mit einem Antrag im Jahr 2013 stark macht“, so Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl. Die Entscheidung über die Aufnahme Corveys in die Liste des UNESCO-Welterbes fällt die UNESCO-Vollversammlung in Algier in Algerien im Juni 2014.

Zum Hintergrund

Die im Jahr 822 gegründete Benediktiner Abtei Corvey bei Höxter im Weserbergland gehörte zu den einflussreichsten Klöstern des Frankenreiches. Ihr missionarischer Auftrag war von großer Bedeutung für die politisch-religiösen Prozesse weiter Teile Europas. Eine aus der Erbauungszeit stammende Inschriftentafel benennt die Civitas Corvey, die mit dem archäologisch nachgewiesenen Klosterbezirk identifiziert werden kann. Mit seinem bedeutenden Scriptorium und einer der herausragenden Bibliotheken seiner Zeit war das Kloster kulturelles und geistiges Zentrum zugleich. Als Reichsabtei hatte Kloster Corvey nicht nur geistige und geistliche Funktion im Hinblick auf die Missionierung Sachsens und angrenzender Bereiche, sondern auch politische und wirtschaftliche Bedeutung als Vorposten des fränkischen Reiches am Rande der damaligen christlichen Welt. Die Stadtwüstung im Umfeld von Westwerk und Klosterbezirk bewahrt die archäologischen Zeugnisse einer überaus bedeutenden früh- und hochmittelalterlichen Siedlung. Corvey besitzt das einzige nahezu vollständig erhaltene karolingische Westwerk. Der Fachausdruck „Westwerk“ ist aufgrund der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der karolingischen Architektur Corveys zum feststehenden Begriff in der Architektur und Kunstgeschichte geworden.