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Gesundheits- und Pflegekonferenz im Kreis Höxter fördert Notfallkarte

Wichtige Angaben erleichtern
Behandlung bei einem Ernstfall

„Mit dieser Notfallkarte leisten wir erneut einen wichtigen Schritt, die gesundheitliche Situation der Menschen im Kreis Höxter zu verbessern“, freut sich Kreisdirektor Dr. Ulrich Conradi als Vorsitzender der kommunalen Gesundheits- und Pflegekonferenz im Kreis Höxter. Er dankte Manfred Jouliet aus Höxter, der das Konzept der Notfallkarte entwickelt hat.

„Die Idee ist gut“, zeigte sich auch Dr. med. Ronald Woltering, Leitender Medizinaldirektor des Kreises Höxter begeistert. „Die ausgefüllte Karte hilft im Notfall, das Informationsleck zu überbrücken. Oft genug ist der Patient selbst nicht mehr in der Lage, dem behandelnden Notarzt Auskünfte zu geben“, beschreibt er eine typische Situation, „und auch die Angehörigen sind meistens zu aufgeregt, um wirklich sachdienliche Hinweise zu leisten.“ Anhand der Angaben auf der Notfallkarte kann der Arzt sich schnell einen Überblick verschaffen. „Gerade bei chronisch Kranken muss der Arzt wissen, welche Medikamente eingenommen werden, um die richtige Behandlung einzuleiten. Und auch der Hinweis auf allergische Reaktionen kann lebensrettend sein“, weiß der Mediziner.

Haben allen Grund zur Freude: Dr. med. Roland Woltering, Dr. Ulrich Conradi, Manfred Jouliet und Alfred Wiemers (von links) präsentieren die neue Notfallkarte für eine stationäre Krankenhausaufnahme. Mit dieser wird die richtige Behandlung bei einem Notfall wesentlich erleichtert.

Manfred Jouliet, Sprecher der kommunalen Seniorenvertretung der Stadt Höxter, hat die Notfallkarte nach einer Erkrankung seiner Eltern entworfen. „Da habe ich mich gefragt, was der Arzt alles wissen muss.“ Im Stadtgebiet von Höxter ist die Karte schon längst etabliert. „Ich freue mich sehr, dass der Kreis Höxter meine Idee aufgegriffen hat und nun für die kreisweite Verbreitung sorgt. Mein Wunsch ist es, dass jeder Haushalt solch eine Notfallkarte ausfüllt.“ Auch wenn die Karte vor allem für Senioren hilfreich sei, sollte sie von allen ausgefüllt werden, deren gesundheitliche Situation es erforderlich mache: „Die Karte ist an kein Alter gebunden!“

Neben den üblichen personenbezogenen Angaben wird auf der Karte auch der Hausarzt vermerkt, die Krankenkasse und ob eine Patientenverfügung vorliegt. Für die im Notfall behandelnden Rettungssanitäter und Ärzte finden sich die aktuellen Medikamentenlisten und Verweise auf Spezialmedikamente wie zum Beispiel Marcumar zur Blutverdünnung. „Es liegt im eigenen Interesse der Nutzer dieser Karte, die Angaben möglichst aktuell zu halten“, erläutert Dr. Ulrich Conradi. Er ist von dem Erfolg der Notfallkarte überzeugt: „Gerade auch die Möglichkeit, sich die Notfallkarte im Internet herunterzuladen, sollte für eine rasche Verbreitung sorgen.“

In den nächsten Tagen wird der Kreis Höxter die Arztpraxen, Apotheken und Pflegedienste anschreiben, um auf die neue Notfallkarte hinzuweisen. „Zusätzlich ist geplant, die Apotheken mit gedruckten Exemplaren zu versorgen, damit sie diese an ihre Kunden weitergeben können“, erläutert Alfred Wiemers, Geschäftsführer der Gesundheits- und Pflegekonferenz, das weitere Vorgehen.