Schmallenberg-Virus im Kreis Höxter
erstmals in Rinderbestand bestätigt
Zum ersten Mal ist am 15. Februar 2012 in einem Rinderbestand im Kreis Höxter das Schmallenberg-Virus bestätigt worden. "Bei zwei totgeborenen Zwillingskälbern in einem Milchviehbestand in Warburg ist der Erreger durch eine virologische Untersuchung nachgewiesen worden", teilte der Leiter des Veterinärdienstes des Kreises Höxter, Dr. Jens Tschachtschal, mit. Der erste Fall einer Infektion mit dem Schmallenberg-Virus in einem Schafbestand im Kreis Höxter war am 18. Januar 2012 vom Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Ostwestfalen-Lippe bestätigt worden.
Inzwischen wurden Schmallenberg-Virus-Infektionen in 15 Schafhaltungen im Kreis Höxter nachgewiesen. In zwei weiteren Schafbeständen sind Verdachtsfälle aufgetreten. Bei den betroffenen Tieren handelte es sich um totgeborene und missgebildete Lämmer.
Mit dem Auftreten der ersten Virus-Infektionen bei neugeborenen Kälbern in zeitlichem Abstand zu den ersten Fällen bei Lämmern hatten Experten des Friedrich-Loeffler-Instituts - Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit in Riems - gerechnet. "Denn der Erreger ist wahrscheinlich bereits im vergangenen Herbst durch Mücken auf die Muttertiere übertragen worden", so Dr. Tschachtschal. Die Trächtigkeit bei Schafen beträgt fünf Monate, bei Kühen neun Monate.
Für das Schmallenberg-Virus besteht derzeit keine gesetzliche Anzeige- und Meldepflicht. "Behördliche Maßnahmen ergeben sich daher derzeit nicht", betont der Kreisveterinär.
Für Menschen besteht nach derzeitigen Erkenntnissen keine Gefährdung, wie das Friedrich-Loeffler-Institut informiert.
Ausbreitung in Deutschland
In Deutschland wurde bisher bei Tieren aus 506 Betrieben das „Schmallenberg-Virus“ festgestellt. Nach aktuellen Informationen des Friedrich-Loeffler-Instituts vom 14. Februar 2012 sind 15 Rinder-, 470 Schaf- und 21 Ziegenhaltungen betroffen. Die Fälle traten in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen (7 Rinder-, 201 Schaf-, 8 Ziegenhaltungen), Niedersachsen (3 Rinder-, 72 Schaf-, 3 Ziegenhaltungen), Hessen (50 Schaf-, 2 Ziegenhaltungen), Schleswig-Holstein (1 Rinder-, 51 Schafhaltungen), Rheinland-Pfalz (1 Rinder-, 1 Bison-, 27 Schaf-, 3 Ziegenhaltungen), Baden-Württemberg (1 Rinder-, 7 Schaf-, 4 Ziegenhaltungen), Brandenburg (11 Schafhaltungen), Thüringen (17 Schafhaltungen), Sachsen-Anhalt (6 Schafhaltungen), Hamburg (1 Rinder-, 4 Schafhaltungen), Bayern (11 Schafhaltungen), Sachsen (9 Schafhaltungen), Mecklenburg-Vorpommern (2 Schaf-, 1 Ziegenhaltung) und im Saarland (2 Schafhaltungen) auf.
Weitere Informationen zum Schmallenberg-Virus:
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Antworten auf häufig gestellte Fragen (PDF)
Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, in Riems -
Aktueller Stand der Ausbreitung in Deutschland
Friedrich-Loeffler-Institut - Informationen des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW
- Informationen der Landwirtschaftskammer NRW