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Gewässerentwicklungsprojekt des Kreises Höxter führt Renaturierungsmaßnahmen durch

Schelpe fließt an der Grünen Mühle
im neuen Bachbett

Bachforellen und Mühlkoppen genießen ihre neu gewonnene Bewegungsfreiheit in der Schelpe. „Im Rahmen unseres Gewässerentwicklungsprojekts haben wir die Gewässerstruktur im Bereich der Grünen Mühle deutlich verbessert“, erklärt Kreisdirektor Dr. Ulrich Conradi. „Wir freuen uns, dass wir die Lebensbedingungen der im und am Bach lebenden Arten damit deutlich verbessern konnten.“

Die Verantwortlichen freuen sich über das gelungene Projekt

Freuen sich über die gelungene Verlegung der Schelpe, deren Ufer nun noch bepflanzt werden (von links): Projektleiter Ulrich Wycisk, Kreisdirektor Dr. Ulrich Conradi und Fachbereichsleiter Michael Werner.

Einige Hindernisse, Wehre und kleine künstliche Wasserfälle, machten Fischen und Kleinstlebewesen das Leben schwer. „In diesem Bereich der Schelpe befand sich ein altes Stauwehr zum früheren Mühlengraben“, informiert der Leiter des Fachbereichs Umwelt, Planen, Bauen des Kreises Höxter, Michael Werner. Die gestaffelte Absturzhöhe von einem halben Meter war für Fische und andere im Wasser lebende Tierarten ein unüberwindbares Hindernis.
Diese Barriere wurden im Rahmen des Gewässerentwicklungsprojekts beseitigt und die Schelpe auf einer Länge von 200 Metern verlegt. Mit Bagger und schwerem Gerät wurden vier neue Bachschleifen angelegt, die Ufer aufgeweitet und der Bachlauf verlängert. „Dadurch konnten wir den problematischen Höhenunterschied sehr gut ausgleichen und die Durchgängigkeit verbessern“, erklärt Projektleiter Ulrich Wycisk.

Jetzt schlängelt sich das Gewässer im Bereich der Grünen Mühle durch ein naturnah gestaltetes Bachbett. Bis Ende des Jahres werden zusätzlich Wurzelstöcke und Holzstämme abgestorbener Bäume im Bachbett eingebaut, die neuen Lebensraum und Schutz für zahlreiche Wasserorganismen schaffen. In diesem Zusammenhang weist Wycisk auf „die lebenswichtige Funktion von Totholz in Bächen und Flüssen besonders für Jungfische“ hin. Im Herbst werden an den neuen Gewässerufern Erlen und Eschen gepflanzt, die Schatten spenden und mit ihren Wurzeln die Ufer auf natürliche Weise befestigen. Zur Ausbildung von Ruhebecken wurden große Störsteine verbaut.

„Wir danken der Stadt Höxter für die gute Zusammenarbeit“, so der Kreisdirektor. Denn für die Neuverlegung des Bachbetts hatte die Stadt 1,7 Hektar Auengrünland zur Verfügung gestellt. Insgesamt 2.000 Kubikmeter Erdreich wurde im Rahmen der Renaturierungsmaßnahmen an der Grünen Mühle bewegt. „Die Erdarbeiten wurden von einer im Kreis Höxter ansässigen Firma durchgeführt“, betont Dr. Conradi.


Hintergrundinformation
Gewässerentwicklungsprojekt 2008 bis 2011

Seit März 2008 arbeitet der Kreis Höxter in Kooperation mit den zehn Städten an der Strukturverbesserung von Fließgewässern im Sinne der EG-Wasserrahmenrichtlinie. Bis Herbst 2012 wurden an ausgewählten Abschnitten bereits 13 Maßnahmen zu naturnahen Umgestaltung von Flüssen und Bächen im Kreisgebiet durchgeführt. Ziele ist es, die Lebensbedingungen der im Wasser lebenden Tiere und Kleinstlebewesen deutlich zu
verbessern.

Folgende Gewässer werden im Rahmen des Projektes abschnittsweise renaturiert:

  • Aa / Hilgenbach (Bad Driburg)
  • Beber (Nieheim)
  • Bever / namenloses Gewässer bei Tietelsen (Beverungen)
  • Brucht / Kaiwasser (Brakel)
  • Brucht (Marienmünster)
  • Eggel / Eder (Warburg, Borgentreich)
  • Heubach / Teichwasser (Steinheim)
  • Nethe (Willebadessen)
  • Schelpe / Lomborn (Höxter)
  • Vombach (Borgentreich)
  • Sozialer Aspekt des Projekts: 18 Langzeitarbeitslose können sich durch Arbeit und Qualifizierung neue berufliche Perspektiven erschließen.
  • Die Investitionen in die Gewässeraufwertung in Höhe von rund 1,8 Millionen Euro werden zu 80 Prozent mit Fördermitteln des Landes Nordrhein-Westfalen und zu 20 Prozent aus kommunalen Mitteln finanziert.

Weitere Informationen erhalten Sie hier: Gewässerentwicklungsprojekt im Kulturland Kreis Höxter.