Große Freude beim Kreis Höxter über EU-Förderung
1,1 Millionen Euro für Life+-Naturschutzprojekt
Mit dem neuen Life+-Naturschutzprojekt „Kalkgeprägte Trockenlebensräume im Kulturland Kreis Höxter“ hat sich der Kreis Höxter erfolgreich um Fördermittel aus dem EU-Programm „Life+“ beworben. 1,1 Millionen Euro kann der Kreis Höxter in den nächsten Jahren in den Erhalt geschützter Lebensräume für selten gewordene Arten investieren. Damit gehört der Kreis Höxter zu den acht glücklichen Wettbewerbsgewinnern aus Deutschland.
„Wir freuen uns riesig über die großzügige Förderung durch die Europäische Union und das Land Nordrhein-Westfalen“, so Landrat Friedhelm Spieker. Damit können wir die einzigartigen Lebensräume von europäischem Rang im Kulturland Kreis Höxter weiter verbessern und unsere wunderschöne Landschaft noch attraktiver machen.“
Freuen sich über die EU-Förderung des neuen Naturschutzprojekts (von links): der Leiter des Fachbereichs Umwelt, Planen, Bauen, Michael Werner, Kreisdirektor und zuständiger Dezernent, Dr. Ulrich Conradi, Projektleiterin Andrea Weihs, Frank Grawe von der Landschaftsstation im Kreis Höxter Untere Landschaftsbehörde, Landrat Friedhelm Spieker und Astrid Brinkmann von der Unteren Landschaftsbehörde beim Kreis Höxter.
Das Konzept für das neue Life+-Naturschutzprojekt hat der Kreis Höxter gemeinsam mit der Landschaftsstation im Kreis Höxter in Anlehnung an das erfolgreiche naturtouristische Projekt „Erlesene Natur – Naturerleben im Kreis Höxter“ erarbeitet. Mit intensiver Öffentlichkeitsarbeit und naturtouristischem Marketing fördert die „Erlesene Natur“ die Sensibilität für Artenvielfalt und Artenschutz und macht geschützte Lebensräume durch Besucherlenkung und Information erlebbar.
Das neue Life+-Naturschutzprojekt will den Erhaltungszustand und die Kohärenz der Lebensraumtypen und Arten in den Natura 2000-Gebieten im Weserbergland nachhaltig verbessern. „Wir haben im Kulturland Kreis Höxter eine besonders große Zahl einzigartiger Kalkmagerrasen und –buchenwälder. Genau diese Lebensräume zählen zu unserem europäischen Naturerbe, für das wir eine hohe Verantwortung tragen“, erläutert Projektleiterin Andrea Weihs von der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises. Trockenlebensräume, wie sie im Kulturland Kreis Höxter noch erhalten sind, gehören in Mitteleuropa zu den artenreichsten Lebensräumen, die jedoch akut gefährdet sind. Daher sind sie Teil des europäischen Schutzgebietssytems NATURA 2000.
Der Biologe und Naturfotograf Frank Grawe von der Landschaftsstation im Kreis Höxter nennt einige der geplanten Maßnahmen. „Wir wollen die mageren Flachlandmähwiesen fördern und außerdem dafür sorgen, dass sich die Bestände geschützter Pflanzen wie Wacholder und die Frauenschuh-Orchidee erholen können.“ Zu den weiteren seltenen Arten, deren Lebensbedingungen durch das Projekt verbessert werden sollen, gehören auch die Schlingnatter, die Zauneidechse, der Hirschkäfer, Falterarten, wie z.B. der Ameisenbläuling, oder die seltene Vogelart Neuntöter. Eine weitere Aktion ist die Schaffung lichter Waldstrukturen. „Damit wollen wir erreichen, das mehr Sonnenstrahlen den Waldboden erwärmen“, so Frank Grawe. Dies schafft für die dort lebenden Tiere und Pflanzen artgerechtere Lebensbedingungen.
Das Life+-Naturschutzprojekt „Kalkgeprägte Trockenlebensräume im Kulturland Kreis Höxter“ startet am 1. September 2011 und wird vom Kreis Höxter in enger naturschutzfachlicher Zusammenarbeit mit der Landschaftsstation im Kreis Höxter realisiert. In der fünfjährigen Laufzeit werden bis Ende August 2016 vielfältige Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensbedingungen durchgeführt, um die geschützten Arten von europäischem Rang auch für die nachfolgenden Generationen zu erhalten.
Die Europäische Union fördert das 1,1-Millionen-Euro-Projekt mit fast 600.000 Euro, während das Land Nordrhein-Westfalen rund 370.000 Euro zahlt. Für den Eigenanteil des Kreises in Höhe von 146.000 Euro hatte der Kreistag bereits am 24. Juni 2010 grünes Licht gegeben.