Zehn Infektionen im Kreis Höxter registriert
Experten raten weiterhin zu gründlicher Hygiene im Umgang mit Lebensmitteln und zu häufigem Händewaschen
Im Kreis Höxter ist eine Neuinfektion mit dem EHEC-Bakterium gemeldet worden. Damit hat sich die Zahl der im Kreis Höxter registrierten Infektionen auf zehn erhöht. Bei drei Erkrankten war das Hämolytisch-Urämische Syndrom (HUS) festgestellt worden, das als schwere Komplikation der bakteriellen Durchfallerkrankung auftreten kann. Sieben Erkrankte sind inzwischen genesen.
Wie das Robert-Koch-Institut aktuell mitteilt, ist die Zahl der gemeldeten EHEC-/HUS-Erkrankungen seit mehr als zehn Tagen bundesweit rückläufig.
Bereits am 10. Juni 2011 war die Empfehlung, in Norddeutschland auf den Verzehr von Gurken, Tomaten und Blattsalat zu verzichten, aufgehoben worden. Dies hatten das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) und das Robert Koch-Institut (RKI) in einer gemeinsamen Stellungnamen bekannt gegeben.
Die Experten (BfR, BVL und RKI) empfehlen jedoch weiterhin, über die üblichen Hygienemaßnahmen in der Küche hinaus vorsorglich bis auf weiteres Sprossen nicht roh zu verzehren.
Außerdem raten BfR, BVL und RKI Haushalten und Gastronomiebetrieben, noch vorrätige Sprossen sowie möglicherweise damit in Berührung gekommene Lebensmittel zu vernichten.
„Die Durchfallerkrankung wird in erster Linie durch verunreinigte Nahrungsmittel übertragen“, erläutert der Leiter des Gesundheitsdienstes, Dr. Ronald Woltering. Ein weiterer möglicher Übertragungsweg bei Durchfallerkrankungen sei die Schmierinfektion.
„Sorgfältige Hygiene, also gründliches und häufiges Händewaschen sowie Sauberkeit in der Küche, sind grundsätzlich der beste Weg, sich vor Infektionen zu schützen“, empfiehlt Dr. Woltering.
Darminfektionen können in allen Altersgruppen auftreten. Säuglinge, Kinder und ältere abwehrgeschwächte Menschen sind jedoch besonders gefährdet.
Personen mit blutigem Durchfall sollten umgehend einen Arzt aufsuchen.
Mehr Informationen:
- Informationen zu EHEC im Internet und Hotlines
- Verbraucherinformation (10.06.2011)
- Fragen und Antworten zu EHEC-Infektionen durch pflanzliche Lebensmittel
- Enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC) O104:H4: Ein erstes bakteriologisches Kurzporträt des Bundesinstituts für Risikobewertung vom 7. Juni 2011
- Robert-Koch-Institut
- Bundesinstitut für Risikobewertung
- Aktuelles aus dem Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter (MGEPA) des Landes Nordrhein-Westfalen
- Merkblatt des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes zu EHEC-Infektionen
- Wer weitere Fragen hat, wendet sich an den Gesundheitsdienst des Kreises Höxter, Telefon 05271 / 965-2212, 965-2214, 965-2211 (Frau Rödiger, Frau Mönikes und Herrn Isermann).