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Erhöhter Alkoholkonsum bei Jugendlichen im Kreis Höxter - Mehr als 1.300 Schülerinnen und Schüler nehmen an Studie teil

Jugendliche unter 16 Jahren trinken im Kreis Höxter deutlich öfter Alkohol als im Landesdurchschnitt. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Befragungsstudie, deren Ergebnisse im Jugendhilfeausschuss vorgestellt wurden. „Dies ist allgemein nicht überraschend, da Jugendliche in ländlichen Regionen generell häufiger und extensiver trinken als in städtischen Ballungsgebieten. Dennoch sind die Ergebnisse für den Kreis Höxter unerwartet hoch.“ So der Leiter der Studie Dr. Wolfgang Settertobulte von der Gesellschaft für angewandte Sozialforschung aus Gütersloh.

Der Leiter des Fachbereichs Familie, Jugend, Soziales und Schule, Gerhard Handermann, kündigte kreisweit abgestimmte Maßnahmen an. „Handlungsfelder sind Aufklärung, Beratung und Kontrolle.“ Die Aktivitäten sollen sich nicht nur an Jugendliche, sondern vor allem auch an Erwachsene richten. Die Vorbereitung erfolgt in einer Steuerungsgruppe, der neben Vertretern des Fachbereichs Gesundheits- und Veterinärwesen sowie des Fachbereichs Familie, Jugend, Soziales und Schule des Kreises Höxter Fachkräfte des Caritas Beratungszentrums Brakel angehören. „Erhöhter Alkoholkonsum von Jugendlichen ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, an dem wir alle gemeinsam arbeiten müssen“, so Handermann. Eingebunden werden sollen insbesondere Vereine, Schulen, Beratungszentren, Jugendfreizeitstätten, Ärzte, Krankenkassen, die Polizei, Ordnungsämter und vor allem Eltern.

Im Mai und Juni dieses Jahres wurde im gesamten Kreis Höxter eine repräsentative Erhebung der aktuellen Konsumraten bei Alkohol, Cannabis und anderen Drogen unter Jugendlichen vorgenommen. Befragt wurden alle Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Jahrgangsstufe sowie des ersten Jahrgangs an den großen Berufsschulen des Kreises. Die Studie wurde vom Kreis in Auftrag gegeben und liefert die Grundlage für ein gezielteres Vorgehen bei der Suchtprävention.

Unter den 15- bis 18-Jährigen trinken etwa die Hälfte der Jungen und ein Viertel der Mädchen regelmäßig mindestens einmal pro Woche. Als Folge sind die Jugendlichen auch überdurchschnittlich häufig betrunken. Insgesamt betrinken sich die deutschen Jugendlichen häufiger als die Migrantenkinder, so die Studie. Die soziale Lage der Familie spiele bei der Häufigkeit des Alkoholkonsums keine Rolle.

Anlass zu der  Beauftragung der Studie waren vermehrte Krankenhauseinweisungen von Jugendlichen, die eine Alkoholvergiftung erlitten hatten. Hierbei handelte es sich im Wesentlichen jedoch um Jugendliche, die erstmalig Alkohol und dann gleich harte Spirituosen getrunken hatten. Regelmäßiges gezieltes Koma-Trinken kommt bei Jugendlichen im Kreis Höxter nur vereinzelt vor.


Dagegen ist der Konsum von Cannabis im Kreis Höxter wesentlich geringer als im Landesdurchschnitt, so das Untersuchungsergebnis. Insgesamt haben knapp 25 % der Jungen und 12 % der Mädchen in ihrem bisherigen Leben mindestens einmal Haschisch oder Marihuana geraucht. Der weit überwiegende Teil dieser Jugendlichen hat dies lediglich einige wenige Male ausprobiert, ohne ein problematisches Konsummuster zu entwickeln. Auch der Konsum anderer illegaler Drogen ist im Kreis Höxter vergleichsweise gering. Eine Ausnahme hierzu zeigt sich jedoch in Warburg, wo sowohl im Bezug zum Cannabiskonsum als auch bezüglich anderer illegaler Drogen deutlich erhöhte Raten gefunden wurden.

Als Folgen des Alkoholkonsums wurden in der Studie Gewaltprobleme, riskantes Sexualverhalten und häufigere Unfallverletzungen bei den betreffenden Jugendlichen gefunden. Die Wahrscheinlichkeit der Beteiligung an Schlägereien ist bei Jugendlichen, die regelmäßig trinken etwa 3,6fach erhöht. Ungeschützter Geschlechtsverkehr findet unter Alkoholeinfluss dreimal so häufig statt. Jugendliche die regelmäßig trinken sind doppelt so häufig mehrfach ernsthaft verletzt gewesen. Dies gilt für Jungen und Mädchen in gleicher Weise.